Compositeur: Franz Schubert (1797-1828)
Poéte: Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

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Interprété par: Dorota Szczepańska - Sopran / Peter Schöne - Bariton / Clara Hyerim Byun - Piano
Enregistré: samedi 6 octobre 2018 - Hannover



Paroles et informations sur d'autres compositions

Antigone:

 Ihr hohen Himmlischen erhöret
 Der Tochter herzentströmtes Flehn1:
 Laßt einen kühlen Hauch des Trostes
 In Oedips2 große Seele wehn.

 Genüget, euren Zorn zu sühnen,
 Dieß junge Leben - nehmt es hin;
 Und eurer Rache Strahl3 vernichte
 Die tief betrübte Dulderin.

 Demütig falte ich die Hände -
 Das Firmament bleibt glatt und rein,
 Und stille ist's, nur laue Lüfte
 Durchschauern noch den alten Hain.

 Was seufzt und stöhnt der bleiche Vater?
 Ich ahn's - ein furchtbares Gesicht
 Verscheucht von ihm den leichten Schlummer;
 Er springt vom Rasen auf - er spricht:

Oedip:
 Ich träumte4 einen schweren Traum.
 Schwang nicht den Zepter diese Rechte?
 Doch Hoheit lös'ten starke Mächte
 Dir auf, o Greis, in nicht'gen Schaum.

 Trank ich in schönen Tagen nicht
 In meiner großen Väter Halle,
 Beim Heldensang und Hörnerschalle,
 O Helios, dein golden Licht,

 Das ich nun nimmer schauen kann?
 Zerstörung ruft von allen Seiten:
 "Zum Tode sollst du dich bereiten;
 Dein irdisch Werk ist abgetan."

1 Schubert: "Flehen"
2 Schubert: "des Vaters"
3 Schubert: "euer Rachestrahl"
4 Schubert: "träume"

Source & Alternative: www.lieder.net

Création

écrit: März 1817

publié: 23. août 1821

Key: C

Schema: Kantate

Characteristic:

Zum Text

Textbild
Oedipus and Antigone - Per Wickenberg

Die Geschichte handelt von Antigone, die ihren blinden Vater in die Verbannung nach Kolonos bei Athen begleitet. Antigone ist aus der inzestuösen Beziehung ihres Vaters Ödipus mit seiner Mutter Iokaste hervorgegangen. Über den dazugehörigen Mythos kann man sich beispielsweise bei Wikipedia informieren.

Johann Mayrhofer war 30 Jahre alt, als er dieses Gedicht schrieb. Er veröffentlichte seine Gedichte 1824 bei der eher kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien. Diese Veröffentlichung ist als Digitalisat in der Österreichischen Nationalbibliothek online studierbar. Das Gedicht findet sich auf den Seiten 163-164.5

Zur Musik

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt. 6

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.
Schubert war 20 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Das Manuskript liegt in Bibliotheque National de Paris und kann online studiert werden.

Die Veröffentlichung besorgte Cappi und Diabelli angezeigt am 23. August 1821
Memnon D 541
Antigone und Oedip D 542
und der zweiten Fassung von Am Grabe Anselmos D 504

Der Erstdruck liegt als Digitalisat in der Österreichischen Nationalbibliothek vor: 7

Deckblatt op.06

Aus der amtlichen "Wiener Zeitung" vom 23. August 1821 - Seite 4: 8

Wiener Zeitung 23.08.1821

Bei Cappi und Diabelli,
Kunst- und Musikalienhändler, am Graben Nr. 1133,
ist neu erschienen und zu haben:
Memnon, Antigone und Oedip
von J. Mayrhofer;
und:
Am Grabe Anselmos,
von Claudius.
Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte, in Musik
gesetzt, und dem wohlgeborenen
Herrn Michael Vogl,
Mitglied und Regisseur des k.k. Hofoperntheaters, hochachtungsvoll
gewidmet von Franz Schubert
6tes Werk. Preis: 1 fl. 30 kr W.W.

Dieses Heft reiht sich würdig an die vorhergehenden an. Es durfte dem geschätzten Regisseur und Sänger des k.k. Hofoperntheaters, Hrn. Mich. Vogl gewidmet werden, dessen Lieblingsgesänge hier zusammengestellt sind. Dieser Umstand verbürgt die Trefflichkeit derselben.

Eine spätere Auflage (die vierte Ausgabe) dieses Heftes ist mit einer gestochenen Vignette nach Leopold Kupelwiesers Tuschzeichnung zum Liede "Am Grabe Anselmos" geschmückt.

Deckblatt op.06 Kupelwieser


Geschrieben von: Peter Schöne

Partition

NGA

BA I » 41

l'étude des manuscrits
schubertmanu

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