Composer: Franz Schubert (1797-1828)
Author: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

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Artists: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Recorded: Friday, 18 July 2008 - Berlin



Lyrics

Über meines Liebchens Äugeln
Stehn verwundert alle Leute;
Ich, der Wissende, dagegen
Weiß recht gut was das bedeute.

Denn es heißt: ich liebe diesen,
Und nicht etwa den und jenen.
Lasset nur ihr guten Leute
Euer Wundern, euer Sehnen!

Ja, mit ungeheuren Mächten
Blicket sie wohl in die Runde;
Doch sie sucht nur zu verkünden
Ihm die nächste süße Stunde.

Sources & alternative Compositions: www.lieder.net

Creation

Written: März 1821

Published: 13. Dezember 1822

Key: A♭-Major

Schema: A-B-A'

Characteristic:

Zum Text

Textbild
West-östlicher Divan 1819

Goethes Gedicht erschien 1819 im West-östlichen Divan auf Seite 60, bei der Cotta’schen Verlagsbuchhandlung Stuttgart. Es befindet sich im Ushk Nameh: Buch der Liebe.

Zur Musik

Das Verhältnis zwischen Schubert und Goethe war ambivalent. Während Schubert den 47 Jahre älteren Meister verehrte, hat Letzterer ihn kaum beachtet. Obwohl Goethe einige von Schuberts vertonten Gedichte durch eine Sendung Joseph von Spauns erhielt, gelang es dem Jüngeren nicht, mit seinen Kompositionen bis zu Goethe durchzudringen. Zu fremd waren den Ohren des alten Meisters der Klassik die neuen Klänge. 3.1
1830, zwei Jahre nach Schuberts Tod, soll Goethe den Erlkönig, gesungen von Wilhelmine Schröder-Devrient gehört haben. Ob ihm tatsächlich die Komposition, oder das junge Mädchen gefallen hat, bleibt dahingestellt. 3.2

Schubert vertonte 62 Texte von Goethe, manche sogar mehrmals. Am Ende liegen uns heute fast 80 Kompositionen vor. Viele davon sind Lieder. Einige für mehrere Stimmen und Instrumente.

Schubert war 24 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Das Manuskript findet sich in der Österreichischen Nationalbibliothek. Es kann online studiert werden.

Die Veröffentlichung besorgte Cappi und Diabelli Wien, VN 1163 als op. 14 4.1

Suleika D 720 und Geheimes D 719

aus dem westöstlichen Divan von Goethe, für eine Singstime mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt, und seinem Freunde Franz Ritter von Schober gewidmet von Franz Schubert."

Deckblatt opus 14

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 13. Dezember 1822: 4.2

Wiener Zeitung 1822 12 13

Bey Cappi und Diabelli,
Kunst- und Musikhändlern, am Graben Nr. 1133,
ist neu erschienen und zu haben:
Gesänge des Harfners,
aus
Wilhelm Meister, von Göhte.
Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte.
In Musik gesetzt von
Franz Schubert.
12tes Werk Pr. 1fl 30kr. W.W.
Der Schäfer und der Reiter.
von Fr. B. de la Motte Fouque.
Lob der Tränen,
von A.W.v.Schlegel, und
der Alpenjäger,
von J. Mayerhofer.
Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte.
In Musik gesetzt von Franz Schubert.
13tes Werk Pr. 1fl. 30 kr. W.W.
Suleika und Geheimes.
Aus dem westöstlichen Divan, von Göthe.
Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte.
In Musik gesetzt von Franz Schubert.
14tes Werk Pr. 2fl. W.W.
Es werden hiermit dem Publicum drey Hefte der gewähltesten Lieder des genialen Tonsetzers übergeben, der in so kurzer Zeit ein Liebling der Kenner und Liebhaber geworden ist. Die Lieder aus Göthe's Wilhelm Meister wurden wohl schon öfters gesetzt, aber selten so tief gefühlt, so wahr und ansprechend wiedergegeben.
Nicht minder anziehend sind die beyden andern Hefte. Fouque's und Mayerhofer's Gedichte werden in dieser musikalischen Einkleidung jeden Hörer überraschen. In einem ganz originellen Geiste aber sind die Lieder aus Göthe's westöstlichen Divan gesetzt. Orientalische Gluth ist darin mit solcher Zartheit gepaart, daß selbe die beste Wirkung nicht verhehlen können. Diese drey Hefte werden daher das Pult jedes Kenners zieren, und besonders bey dem zarterfühlenden Geschlechte des wärmsten Antheils nicht ermangeln.


Geschrieben von: Peter Schöne

Score

Friedlaender Bd. I » 232

BA II » 93

Source of score imslp.org: Geheimes.pdf