Composer: Franz Schubert (1797-1828)
Author: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

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Artists: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Recorded: Monday, 11 November 2013 - Berlin



Lyrics

Wie im Morgenglanze
Du rings mich anglühst,
Frühling, Geliebter!
Mit tausendfacher Liebeswonne
Sich an mein [Herz]1.1 drängt
Deiner ewigen Wärme
Heilig Gefühl,
Unendliche Schöne!

Daß ich [diesen]1.2 fassen möcht'
In diesen Arm!

Ach an deinem Busen
Lieg' [ich,]1.3 schmachte,
Und deine Blumen, dein Gras
Drängen sich an mein Herz.
Du kühlst den brennenden
Durst meines Busens,
Lieblicher Morgenwind!
Ruft drein die Nachtigall
Liebend nach mir aus dem Nebelthal.
Ich komm', ich komme!
[Wohin? Ach]1.4, wohin?

[Hinauf! Hinauf strebt's.]1.5
Es schweben die Wolken
Abwärts, die Wolken
Neigen sich der sehnenden Liebe.
Mir! Mir!
In [euerm]1.6 Schoße
Aufwärts!
Umfangend umfangen!
Aufwärts an deinen Busen,
Alliebender Vater!

1.1 Schubert: "Herze"
1.2 Goethe (1789), Schubert: "dich"
1.3 Schubert: "ich und"
1.4 Schubert: "Ach wohin"
1.5 Schubert: "Hinauf strebt's, hinauf!"
1.6 Schubert: "eurem"

Sources & alternative Compositions: www.lieder.net

Creation

Written: März 1817

Published: 06. Juni 1825

Key: A♭-Major

Schema: durchkomponiert

Characteristic:

Zum Text

Textbild
Johann Wolfgang von Goethe im 80. Lebensjahr, Joseph Karl Stieler

Johann Wolfgang von Goethe verfasste seine Hymne Ganymed in der Zeit um 1774. Sie entstand zusammen mit Prometheus und Goethe wollte später beide Gedichte immer gemeinsam veröffentlicht wissen.

Eine erste Fassung erschien bereits 1778 2.1
Die vorliegende Fassung erscheint 1789 in Goethe's Schriften. Achter Band. Leipzig, bey Georg Joachim Göschen, S. 210f. 2.2

Zur Musik

Das Verhältnis zwischen Schubert und Goethe war ambivalent. Während Schubert den 47 Jahre älteren Meister verehrte, hat Letzterer ihn kaum beachtet. Obwohl Goethe einige von Schuberts vertonten Gedichte durch eine Sendung Joseph von Spauns erhielt, gelang es dem Jüngeren nicht, mit seinen Kompositionen bis zu Goethe durchzudringen. Zu fremd waren den Ohren des alten Meisters der Klassik die neuen Klänge. 3.1
1830, zwei Jahre nach Schuberts Tod, soll Goethe den Erlkönig, gesungen von Wilhelmine Schröder-Devrient gehört haben. Ob ihm tatsächlich die Komposition, oder das junge Mädchen gefallen hat, bleibt dahingestellt. 3.2

Schubert vertonte 62 Texte von Goethe, manche sogar mehrmals. Am Ende liegen uns heute fast 80 Kompositionen vor. Viele davon sind Lieder. Einige für mehrere Stimmen und Instrumente.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte Ant. Diabelli & Comp. Wien 1825 als op. 19, VN 1800 4.1

An Schwager Kronos. D 369
An Mignon. D 161
Ganymed. D 544

Gedichte von Goethe. In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte und dem Dichter Verehrungsvoll gewidmet von Franz Schubert

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 06. Juni 1825 4.2


Sources

2.1 Freiburger Anthologie, Redaktion: Klemens Wolber, Projektleitung: Prof. Dr. Ulrich Knoop

2.2 Österreichische Nationalbibliothek, Digitale Sammlungen, Goethe's Schriften, Achter Band, Leipzig, bey Georg Joachim Göschen, 1789, S. 113, Sig. 621651-A.8

3.1 Gülke, Peter: Goethes »Versäumnisse«, in: Blog Klassik Stiftung Weimar, 08. September 2015

3.2 Windmeißer, Renate: Neue Chance für Schubert, in: BR Klassik, Was heute geschah,24. April 2018

4.1 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Ant. Diabelli & Comp. Wien, 1825, VN 1800, Erstdruck, Sig. SH.Schubert.86

4.2 Österreichische Nationalbibliothek - ANNO - Digitalisierte, historische Zeitungen und Zeitschriften, Jhg. 1825, Ausgabe vom 6. Juni, S. 4

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.316


Geschrieben von: Peter Schöne

Score

Friedlaender Bd. III » 011

BA I » 104

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Source of score imslp.org: Ganymed.pdf