Composer: Franz Schubert (1797-1828) Author: Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

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Artists: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Recorded: Tuesday, 13 January 2009 - Berlin


Lyrics

heutige Schreibweise

Den Tag hindurch nur einmal mag ich sprechen,
Gewohnt zu schweigen immer, und zu trauern:
[Wann]1 durch die nachtgebornen Nebelmauern
Aurorens Purpurstrahlen liebend brechen.

Für Menschenohren sind es Harmonien.
Weil ich die Klage selbst melodisch künde,
Und durch der Dichtung Glut das Rauhe ründe,
Vermuten sie in mir ein selig Blühen.

In mir - nach dem des Todes Arme langen,
In dessen tiefstem Herzen Schlangen wühlen;
Genährt von meinen schmerzlichen Gefühlen -
Fast wütend durch ein ungestillt Verlangen:

Mit dir, des Morgens Göttin, mich zu einen,
Und weit von diesem nichtigen Getriebe,
Aus Sphären edler Freiheit, [reiner]2 Liebe,
Ein [bleicher stiller]3 Stern herab zu scheinen.

1 Schubert: "Wenn"
2 Schubert: "aus Sphären reiner"
3 Schubert: "stiller bleicher"

About Lyrics

Johann Mayrhofer schrieb sein Gedicht im Alter von 30 Jahren. Er veröffentlichte seine Gedichte 1824 bei der eher kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien. Diese Veröffentlichung ist als Digitalisat in der Österreichischen Nationalbibliothek online studierbar. Das Gedicht findet sich auf Seite 160.4

Memnon ist eine Figur der griechischen Mythologie. Er war der Sohn von Eos (Göttin der Morgenröte, lat. Aurora) und Tithonos (Sohn des Laomedon). Der Legende nach starb er im trojahnischen Krieg durch das Schwert des Achilleus.
Nach seinem Tod ließ Zeus aus der Asche seines Scheiterhaufens eine Schar Vögel entsteigen, die Memnoniden.

Textbild
Johann Mayrhofer

About Music

Written: März 1817

Published: 23. August 1821

Key: D♭-Major

Schema: durchkomponiert

Characteristic:

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

Mein Verhältnis mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunst machten unser Verhältnis inniger; ich dichtete,er komponirte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt. 5

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Schubert war 20 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

About Publication

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Das Manuskript liegt in der Wienbibliothek im Rathaus und kann online studiert werden.

Die Veröffentlichung besorgte Cappi und Diabelli angezeigt am 23. August 1821
Memnon D 541
Antigone und Oedip D 542
und der zweiten Fassung von Am Grabe Anselmos D 504

Der Erstdruck liegt als Digitalisat in der Österreichischen Nationalbibliothek vor: 6

Deckblatt op.06

Aus der amtlichen "Wiener Zeitung" vom 23. August 1821 - Seite 4: 7

Wiener Zeitung 23.08.1821

Bei Cappi und Diabelli,
Kunst- und Musikalienhändler, am Graben Nr. 1133,
ist neu erschienen und zu haben:
Memnon, Antigone und Oedip
von J. Mayrhofer;
und:
Am Grabe Anselmos,
von Claudius.
Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte, in Musik
gesetzt, und dem wohlgeborenen
Herrn Michael Vogl,
Mitglied und Regisseur des k.k. Hofoperntheaters, hochachtungsvoll
gewidmet von Franz Schubert
6tes Werk. Preis: 1 fl. 30 kr W.W.

Dieses Heft reiht sich würdig an die vorhergehenden an. Es durfte dem geschätzten Regisseur und Sänger des k.k. Hofoperntheaters, Hrn. Mich. Vogl gewidmet werden, dessen Lieblingsgesänge hier zusammengestellt sind. Dieser Umstand verbürgt die Trefflichkeit derselben.

Eine spätere Auflage (die vierte Ausgabe) dieses Heftes ist mit einer gestochenen Vignette nach Leopold Kupelwiesers Tuschzeichnung zum Liede "Am Grabe Anselmos" geschmückt.

Deckblatt op.06 Kupelwieser

Score

BA II » 38

Manuscript
schubertmanu

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Sources

4 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Gedichte von Johann Mayrhofer, Wien, Verlag Friedrich Volke, 1824, Sig. 71.Bb.5.(Vol.1)

5 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Neues Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst, Signatur: 392789-C.20.21 

6 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Cappi und Diabelli Erstdruck op. 6 am 23. August 1821

7 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, ANNO, Österreichisch-kaiserliche privilegierte Wiener Zeitung Jhg. 1831, Ausgabe vom 21. April, S.5

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.315

Sheet music source @ imslp.org: Memnon.pdf

Lyric source and other compositions: www.lieder.net

WRITTENBY: Peter Schöne

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