Composer: Franz Schubert (1797-1828)
Author: Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

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Artists: Peter Schöne - Bariton / Christoph Schnackertz - Piano
Recorded: Wednesday, 20 July 2011 - Erfurt



Lyrics

Im Wald, im Wald da grabt mich ein,
Ganz stille, ohne Kreuz und Stein:
Denn was ihr türmet, überschneit
Und überrindet Winterszeit.

Und wann die Erde sich verjüngt,
[Sie Veilchen]1 meinem Hügel bringt.
Das freut [euch, Gute]2; freuet euch!
[Ist Alles doch]3 dem Toten gleich.

Doch nein, - denn eure Liebe spannt
Die Äste in das Geisterland:
Und die euch führt zu meinem Grab,
Zieht mich gewaltiger herab.

1 Schubert: "Und Blumen"
2 Schubert: "euch Guten"
3 Schubert: "Dies alles ist"

Sources & alternative Compositions: www.lieder.net

Creation

Written: März 1819

Published: 1842

Key: C-Minor

Schema: durchkomponiert

Characteristic:

Zum Text

Textbild
Johann Mayrhofer

Johann Mayrhofer veröffentlichte seine Gedichte 1824 bei der eher kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien. Diese Veröffentlichung ist als Digitalisat in der Österreichischen Nationalbibliothek online studierbar. Das Gedicht trägt den Titel Der landende Orest findet sich auf Seite 50. 4

Zur Musik

Durch die sparsame und in tiefer Lage im Klavier beginnende Einleitung wird eine spannungsvolle Athmosphäre geschaffen. Diese, wie Schritte klingende Begleitung wird beibehalten bis zur Textstelle "dies alles ist dem Toten gleich", woraufhin Pendelharmonie mehrere Takte die Zeit stehen läßt. Erst mit der neugewonnenen Hoffnung im Text "doch nein, denn eure Liebe spannt die Äste ins Geisterland" wird wieder der alte "Schrittrhythmus" wieder aufgenommen. Ein Orgelpunkt in der Begleitung beruhigt das Geschehen und kündigt das Ende des Liedes an. Das Lied, das in der Gesangsstimme tief beginnt, endet in hoher Lage.

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 5

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Franz Schubert war 22 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte A.Diabelli & Co. als Nachlass-Lieferung 40, VN 7418 6

Das Mädchen D 652
Bertha's Lied in der Nacht D 653 (Gedichte von Grillparzer)
An die Freunde D 654 (Gedicht von Kenner (sic!)

In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Piano-Forte von Franz Schubert.


Geschrieben von: Peter Schöne

Score

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Source of score imslp.org: An die Freunde.pdf