Composer: Franz Schubert (1797-1828)
Author: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

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Artists: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Recorded: Friday, 20 June 2008 - Berlin



Lyrics

Der du von dem Himmel bist,
Alles Leid und Schmerzen stillest,
Den, der doppelt elend ist,
Doppelt mit Erquickung füllest,
Ach! ich bin des Treibens müde!
Was soll all der Schmerz und Lust?
Süßer Friede,
Komm, ach komm in meine Brust!

 

Sources & alternative Compositions: www.lieder.net

Creation

Written: 5. Juli 1815

Published: 29. Mai 1821

Key: G♭-Major

Schema: durchkomponiert

Characteristic:

Zum Text

Textbild
Goethes Werke 1827

Goethe schrieb das zugrundeliegende Gedicht Wandrers Nachtlied in einem seiner Briefe an Charlotte von Stein. Das Faksimile kann online abgerufen werden. Es trägt als Unterschrift "Am Hang des Ettersberg, d. 12. Feb. (17)76". Dieses Gedicht gehört zu Goethes berühmtesten Gedichten und ist untrennbar mit dem auf gleicher Seite veröffentlichten und mit Ein gleiches. überschriebenen "Über allen Gipfeln ist Ruh" verbunden. Man geht davon aus, dass es sich um ein autobiografisches Gedicht handelt und Goethe sich selbst mit dem Wandrer meinte. 2.1

Zur Musik

Das Verhältnis zwischen Schubert und Goethe war ambivalent. Während Schubert den 48 Jahre älteren Meister verehrte, hat Letzterer ihn kaum beachtet. Obwohl Goethe einige seiner vertonten Gedichte durch eine Sendung Joseph von Spauns erhielt, gelang es Schubert nicht, mit seinen Kompositionen bis zu Goethe durchzudringen. Zu fremd waren den Ohren des alten Meisters der Klassik die neuen Klänge. 3.1
1830, zwei Jahre nach Schuberts Tod, soll Goethe den Erlkönig, gesungen von Wilhelmine Schröder-Devrient gehört haben. Ob ihm tatsächlich die Komposition, oder das junge Mädchen gefallen hat, bleibt dahingestellt. 3.2

Schubert vertonte 62 Texte von Goethe, manche sogar mehrmals. Am Ende liegen uns heute fast 80 Kompositionen vor. Viele davon sind Lieder. Einige für mehrere Stimmen und Instrumente.

Schubert war 18 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Schuberts erstes Liederheft für Goethe enthielt folgende Kompositionen:

Jägers Abendlied D 368
Der König in Thule D 367
Meeres Stille D 216
Schäfers Klagelied D 121, erste Fassung
Die Spinnerin D 247
Heidenröslein D 257
Wonne der Wehmut D 260
Wandrers Nachtlied D 224
Erster Verlust D 226
Der Fischer D 225, zweite Fassung
An Mignon D 161, erste Fassung
Geistes Gruß D 142, zweite Fassung
Nähe des Geliebten D 162, zweite Fassung
Gretchen am Spinnrade D 118
Rastlose Liebe D 138, erste Fassung
Erlkönig D 328, zweite Fassung

Zweites Liederheft für Goethe -> Link zu Nachtgesang D 119

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Ein Manuskript des Liedes liegt in der British Library, London. Das Digitalisat davon kann online studiert werden. Es findet sich in der Perabo-Sammlung Vol. III mit Manuskripten von Beethoven und Schubert auf Seite 42v.
Eine Reinschrift ist in der Staatsbibliothek zu Berlin preußischer Kulturbesitz zu finden. Das Digitalisat dieser Reinschrift kann ebenfalls online studiert werden.

Die Erstausgabe besorgte Cappi und Diabelli als op. 4: 4.1
Der Wanderer von Schmidt v. Lübeck D 489
Morgenlied von Werner D 685
Wandrers Nachtlied von Goethe D 224

Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Piano=Forte, in Musik gesetzt, und Sr Excellenz dem hochgebornen und hochwürdigsten Herrn Johann Ladislav Pyrker v. Felsö-Eör in tiefer Ehrfurcht gewidmet von Franz Schubert.

Deckblatt opus 4

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 29. Mai 1821 4.2

Wiener Zeitung 1821 05 29

"Bey Cappi und Diabelli,
Kunst- und Musikhändler, Am Graben 1133
ist neu erschienen und zu haben:
Der Wanderer
von
Schmidt v. Lübeck.
Morgenlied von Werner, und Wanderers Nachtlied von Goethe.
Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt von Franz Schubert.
4tes Werk. Preis 1fl.30fr. W.W.
Schäfers Klagelied, Heidenröslein, Jägers Abendlied und Meeresstille, von Goethe.
Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt von Franz Schubert. 3tes Werk. Pr. 1fl. 30fr.
Durch die so häufige Nachfrage findet sich die Verlagshandlung veranlaßt, den Freunden des deutschen Liedes auch diese zwey Hefte vorzulegen. Schon die Wahl der Gedichte beweist das poetische Gemüth des Tonsetzers; aber die Art, mit welcher er dichterische Meisterwerke auffaßt und musikalisch wiedergibt, verbürgt das ausgezeichnete Genie des jungen Künstlers."

 


Geschrieben von: Peter Schöne

Score

Friedlaender Bd. II » 008

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