Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Franz von Schober (1798-1882)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Samstag, 19. Juli 2008 - Berlin



Liedtext

Ich schieß' den Hirsch im [dunklen]1 Forst,
Im stillen Thal das Reh,
Den Adler [in]2 dem Klippenhorst,
Die Ente auf dem See.
Kein Ort, der Schutz gewähren kann,
Wenn meine Flinte zielt;
Und dennoch hab' ich harter Mann
Die Liebe auch gefühlt! -

Hab oft hantirt in rauher Zeit,
In Sturm und Winternacht,
Und übereist und eingeschneit
Zum Bett den Stein gemacht.
Auf Dornen schlief ich wie auf Flaum,
Vom Nordwind ungerührt,
Doch hat der Liebe zarten Traum
Die rauhe Brust gespürt.

Der wilde Falk war mein Gesell,
Der Wolf mein [Kampfgespann]3;
[Es fing der]4 Tag mit Hundgebell,
Die Nacht mit Hussa an.
Ein Tannreis war die Blumenzier
Auf schweißbeflecktem Hut,
Und dennoch schlug die Liebe mir
Ins wilde Jägerblut.

O Schäfer auf dem weichen Moos,
Der du mit [Blüthen]5 spielst,
Wer weiß, ob du so heiß, so groß
Wie ich die Liebe fühlst.
Allnächtlich überm schwarzen Wald,
Vom Mondenschein umstrahlt,
Schwebt [königsgroß]6 die Lichtgestalt,
Wie sie kein Meister malt.

Wenn sie dann auf mich niedersieht,
Wenn mich [der]7 Blick durchglüht,
[Dann weiß]8 ich, wie dem Wild geschieht,
Das vor dem Rohre flieht.
[Und doch!]9 mit allem Glück vereint
Das nur auf Erden ist;
[Als]10 wenn der allerbeste Freund
Mich in die Arme schließt.

1 Schubert: "grünen"; Finsterbusch: "wilden"
2 Schubert: "auf"
3 Schubert (Alte Gesamtausgabe): "Kampfgespan"
4 Schubert (Alte Gesamtausgabe): "Mir fing der"; Schubert (Neue Gesamtausgabe): "Ich fing den"
5 Schubert: "Blumen"
6 Schubert: "königshehr"
7 Schubert: "ihr"
8 Schober (1865 Edition): "Dann fühl'"; Schubert: "Da weiß"
9 Schober (1865 Edition): "Ich fühl's"
10 Schober (1865 Edition): "Wie"

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: Februar 1827

Veröffentlichung (angezeigt): 1828

Originaltonart: D

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Fr. v. Schober

Franz Schubert und Franz von Schober waren innigst miteinander befreundet. Sie wohnten ab 1818 mit einigen Unterbrechungen zusammen in Schobers Wohnung Tuchlauben 20, Landskrongasse 5 im ersten Wiener Bezirk (Ansicht vor 1905). Schober war mit vielen künstlerischen Persönlichkeiten befreundet und trug viel dazu bei, dass sich Schuberts Werk zu seinen Lebzeiten verbreitete. Schubert vertonte 13 Gedichte seines Freundes als Sololied. Vermutlich hat Schubert die Gedichte sofort oder kurz nach ihrer Entstehung vertont. Vermutlich hat Schubert die Gedichte sofort oder kurz nach ihrer Entstehung vertont.
1842 erschien bei der Cotta’schen Buchhandlung Tübingen ein Gedichtband mit Gedichten von Franz von Schober in Tübingen. Auf den Seiten 30-31 findet sich auch Jägers Liebeslied. Ein Digitalisat dieses Gedichtbandes kann online recherchiert werden.

Zur Musik

Im Vorspiel und in den Zwischenspielen erklingen Hörnermotive aus der Jagd.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte das Lithografische Institut Wien unter Franz v. Schober.
Die Sterne D 939
Jägers Liebeslied D 909
Wanderers Nachtlied D 768
Fischerweise D 881

Der Erstdruck ist als Digitalisat in der Österreichischen Nationalbibliothek verfügbar.

Deckblatt opus 96

In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Piano-Forte und Jhrer fürstl. Gnaden der Frau Fürstin v. Kinsky. geb. Freyinn v. Kerpen, Sternkreuz-Ordens-Dame, Dame du Palais ihrer Majestät der Kaiserin und Obersthofmeisterin ihrer k.k. Hoheit der Durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Sophie in tiefester Ehrfurcht geweiht von Franz Schubert.


Quelle(n)

Österreichische Nationalbibliothek

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.571


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Jägers Liebeslied.pdf