Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: William Shakespeare

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Donnerstag, 17. Juli 2008 - Berlin



Liedtext

Was ist Silvia, saget an,
Daß sie die weite Flur preist?
Schön und zart seh ich sie nahn,
Auf Himmelsgunst und Spur weist,
Daß ihr alles untertan.

Ist sie schön und gut dazu?
Reiz labt wie milde Kindheit;
Ihrem Aug' eilt Amor zu,
Dort heilt er seine Blindheit
Und verweilt in süßer Ruh.

Darum Silvia, tön, o Sang,
Der holden Silvia Ehren;
Jeden Reiz besiegt sie lang,
Den Erde kann gewähren:
Kränze ihr und Saitenklang!

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: Juli 1826

Veröffentlichung (angezeigt): 1828

Originaltonart: A-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Charles Edward Perugini - Silvia 1888

Das Gedicht ist von William Shakespeare (1564-1616) aus demTheaterstück Zwei Herren aus Verona, Akt IV, Szene 2, das vermutlich 1590/91 entstand. Die deutsche Übersetzung stammt von Eduard von Bauernfeld (1802-1890). 1826 erschienen beim Verlag Sollinger in Wien Sämtliche dramatischen Werke von Shakespeare im Metrum des Originals übersetzt unter denen sich auf Seite 19 auch die Übersetzung des 24jährigen Bauernfeld findet (Im vierten Akt, II. Szene steht das hier vertonte Gedicht). Bauernfeld war mit Schubert befreundet.

Zur Musik

In einem im Juli 1901 erschienenen Artikel in der Zeitschrift The Etude beschreibt Robert Bruce Pegram anekdotenhaft die Umstände der Entstehung dieses Liedes:

Eines Tages war Schubert in Wien mit Freunden unterwegs. Sie kamen an einen Biergarten und gingen hinein. Auf dem Tisch, an dem sie saßen, war ein Band von Shakespeare. Schubert hob ihn auf und warf einen Blick hinein. Nach kurzer Zeit brach es plötzlich aus ihm heraus: "Oh! Ich habe so eine schöne Melodie in meinem Kopf. Wenn ich nur Papier hätte!" Einer seiner Freunde machte schnell einige Notenzeilen auf der Rückseite einer Speisekarte, und Schubert schrieb sofort diesen Ausbruch von lyrischem Enthusiasmus nieder, was in der Tat wie einige von Shelleys exquisiten Gedichten ist: "Horch! Horch! die Lerche!" "An Sylvia", deren Worte eine Serenade in "Zwei Herren von Verona" bilden, entstand etwas später am Tag. Beide, wie Athena aus dem Kopf des Zeus, wurden voll ausgestattet, perfekt geboren. Dies ist ein Beispiel für Schuberts erstaunliche Spontaneität in der Komposition und für seinen wunderbaren Ideenreichtum. 1

Diese Anekdote wird von den Fachleuten immer wieder angezweifelt, da keine Quelle dafür zu finden ist.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Ein Manuskript kann online recherchiert werden auf www.schubert-online.at. Es liegt in der Wienbibliothek im Rathaus und war zuvor im Besitz von Anton Diabelli & Co.: Verlagshaus und Nikolaus Dumba.

Die Erstveröffentlichung besorgte das Lithographische Institut Wien im Frühjahr 1828, unter der Leitung von Franz von Schober: 2
Heimliches Lieben D 922
Das Weinen D 926
Vor meiner Wiege D 927
An Sylvia D 891
In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Piano-Forte und der Wohlgebornen Frau Marie Pachler gewidmet von Franz Schubert. In späteren Auflagen wurde die Opuszahl 106 hinzugefügt.

Im Erstdruck heißt das Lied An Sylvia. Es wird aber auch An Silvia, Gesang (Was ist Silvia, saget an) oder Gesang An Silvia genannt.

Deckblatt op 106


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 08 , Nr. 505

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 05

Friedländer Bd. II » 202

Bärenreiter Urtext IV » 31

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Gesang (Was ist Silvia, saget an).pdf