Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Friedrich von Schiller (1759-1805)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Dienstag, 14. Juni 2011 - Erfurt



heutige Schreibweise

Nimmer, das glaubt mir,
Erscheinen die Götter,
Nimmer allein,
Kaum daß ich Bacchus, den lustigen, habe,
Kommt auch schon Amor, der lächelnde Knabe,
Phöbus der Herrliche findet sich ein,
      Sie nahen, sie kommen,
      Die Himmlischen alle,
      Mit Göttern erfüllt sich
      Die irdische Halle.

Sagt, wie bewirt ich,
Der Erdegeborne,
Himmlischen Chor?
Schenket mir euer unsterbliches Leben,
Götter! Was kann euch der Sterbliche geben?
Hebet zu eurem Olymp mich empor!
      Die Freude, sie wohnt nur
      In Jupiters Saale,
      O füllet mit Nektar,
      O reich mir die Schale!

Reich ihm die Schale!
O schenke dem Dichter,
Hebe, nur ein;
Schenke nur ein!
Netz ihm die Augen mit himmlischen Taue,
Daß er den Styx, den verhaßten, nicht schaue,
Einer der Unsern sich dünke zu sein.
      Sie rauschet, sie perlet,
      Die himmlische Quelle,
      Der Busen wird ruhig,
      Das Auge wird helle.

historische Schreibweise

Nimmer, das glaubt mir,
Erscheinen die Götter,
Nimmer allein.
Kaum daß ich Bacchus den lustigen habe,
Kommt auch schon Amor, der lächelnde Knabe,
Phöbus der Herrliche findet sich ein.
      Sie nahen, sie kommen
      Die Himmlischen alle,
      Mit Göttern erfüllt sich
      Die irdische Halle.

Sagt, wie bewirth' ich,
Der Erdegebohrne,
Himmlischen Chor?
Leyet mir euer unsterbliches Leben,
Götter! Was kann euch der Sterbliche geben?
Hebet zu eurem Olymp mich empor.
      Die Freude, sie wohnt nur
      In Jupiters Saale,
      O füllet mit Nektar,
      O reicht mir die Schale!

Reich ihm die Schale!
Schenke dem Dichter
Hebe, nur ein.
Netz' ihm die Augen mit himmlischem Thaue,
Daß er den Styx, den verhaßten, nicht schaue,
Einer der Unsern sich dünke zu seyn.
      Sie rauschet, sie perlet,
      Die himmlische Quelle,
      Der Busen wird ruhig,
      Das Auge wird helle.

historische Schreibweise

Nimmer, das glaubt mir,
Erscheinen die Götter,
Nimmer allein.
Kaum daß ich Bacchus den Lustigen habe
Kommt auch schon Amor der lächelnde Knabe,
Phöbus der herrliche findet sich ein.
      Sie nahen sie kommen
      Die Himmlischen alle
      Mit Göttern erfüllt sich
      Die irdische Halle.

Sagt, wie bewirth ich,
Der Erde geborne,
Himmlischen Chor?
Schenket mir euer unsterbliches Leben
Götter was kann euch der Sterbliche geben?
Hebet zu eurem Olymp mich empor.
      Die Freude, sie wohnt nur
      In Jupiters Saale,
      O füllet mit Nectar,
      O reicht mir die Schale!

Reich ihm die Schaale!
O Schenke dem Dichter
Hebe, nur ein.
Schenke nur ein!
Netz' ihm die Augen mit himmlischen Thaue,
Daß er den Styx, den verhaßten nicht schaue,
Einer der unsern sich dünke zu seyn.
      Sie rauschet sie perlet,
      Die himmlische Quelle,
      Der Busen wird ruhig,
      Das Auge wird helle.

Erstdruck

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert:

Veröffentlichung (angezeigt): 10. Juni 1826

Originaltonart: A-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Friedrich von Schiller
Gemälde von Ludovike Simanowitz

Friedrich Schiller veröffentlichte sein Gedicht unter dem Titel Der Besuch im Musen-Almanach für das Jahr 1797, herausgegeben in Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung.

Digitalisat bei der Österreichischen Nationalbibliothek S. 120f.

Zur Musik

Schubert und Schiller sich nie begegnet, denn Schubert war erst 8 Jahre und 3 Monate alt, als Friedrich von Schiller in Weimar starb. Dennoch hatte Schubert ein inniges Verhältnis zu den Texten und Gedichten Friedrich Schillers.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Schubert 39 Texte von Schiller vertonte. Dazu zählen die ersten, uns bekannten Vertonungen ebenso wie einige der letzten, die Schubert schrieb.
Zählt man alle Fragmente und Entwürfe zusammen, die heute laut Deutschverzeichnis bekannt sind, so kommt man auf nicht weniger als 77 Werke, die uns vorliegen. Die meisten entstanden in der Jugend Schuberts. Allein 66 Kompositionen in der Zeit zwischen 1811 und 1817. In dieser Zeit war Schubert zwischen 14 und 20 Jahre alt.

Schiller-Vertonungen auf dieser Homepage.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte Cappi und Czerny, VN 195 als op. 60 4.1

Greisen-Gesang
aus den östlichen Rosen von F. Rückert D 778.
und
Dythyrambe D 801
von F. v. Schiller.

In Musik gesetzt für eine Baßstimme mit Begleitung des Pianoforte von Franz Schubert

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 10. Juni 1826 4.2

 


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 08, Nr. 457

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 03

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Dithyrambe.pdf