Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Dienstag, 03. Februar 2009 - Erfurt



Liedtext

Durch Feld und Wald zu schweifen,
Mein Liedchen wegzupfeifen,
So geht's von Ort zu Ort!
Und nach dem Takte reget
Und nach dem Maß beweget
Sich alles an mir fort.

Ich kann sie kaum erwarten,
Die erste Blum' im Garten,
Die erste Blüt' am Baum.
Sie grüßen meine Lieder,
Und kommt der Winter wieder,
Sing ich noch jenen Traum.

Ich sing ihn in der Weite,
Auf Eises Läng' und Breite,
Da blüht der Winter schön!
Auch diese Blüte schwindet,
Und neue Freude findet
Sich auf bebauten Höhn.

Denn wie ich bei der Linde
Das junge Völkchen finde,
Sogleich erreg ich sie.
Der stumpfe Bursche bläht sich,
Das steife Mädchen dreht sich
Nach meiner Melodie.

Ihr gebt den Sohlen Flügel
Und treibt durch Tal und Hügel
Den Liebling weit von Haus.
Ihr lieben, holden Musen,
Wann ruh ich ihr am Busen
Auch endlich wieder aus?

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: Dezember 1822

Veröffentlichung (angezeigt): 11. Juli 1828

Originaltonart: G-Dur

Liedform: A-B-A'

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Johann Wolfgang von Goethe im 80. Lebensjahr
Joseph Karl Stieler

Den Musensohn schrieb Goethe 1799. Nur ein Jahr später wurde das Gedicht in Göthe's neue Schriften beim Verlag Unger, Berlin, Erscheinungsjahr: 1800 veröffentlicht. Es steht auf Seite 6. Ein Digitalisat dieser Veröffentlichung findet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek im Münchener Digitalisierungszentrum. Es kann online recherchiert werden. 2.1

Zur Musik

Das Verhältnis zwischen Schubert und Goethe war ambivalent. Während Schubert den 47 Jahre älteren Meister verehrte, hat Letzterer ihn kaum beachtet. Obwohl Goethe einige von Schuberts vertonten Gedichte durch eine Sendung Joseph von Spauns erhielt, gelang es dem Jüngeren nicht, mit seinen Kompositionen bis zu Goethe durchzudringen. Zu fremd waren den Ohren des alten Meisters der Klassik die neuen Klänge. 3.1
1830, zwei Jahre nach Schuberts Tod, soll Goethe den Erlkönig, gesungen von Wilhelmine Schröder-Devrient gehört haben. Ob ihm tatsächlich die Komposition, oder das junge Mädchen gefallen hat, bleibt dahingestellt. 3.2

Schubert vertonte 62 Texte von Goethe, manche sogar mehrmals. Am Ende liegen uns heute fast 80 Kompositionen vor. Viele davon sind Lieder. Einige für mehrere Stimmen und Instrumente.

Schubert war 25 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte M.J.Leidesdorf, Wien, VN 1014 als op. 92 4.1

Der Musensohn D 764
Auf dem See D 543
Geistes Gruss D 142

Drei Gedichte von Göthe. In Musik gesetzt für Gesang mit Begleitung des Pianoforte und der wohlgebornen Frau Josephine von Frank gewidmet von Franz Schubert. Op. 92. No 1014. Eigenthum des Verlegers. (Gesang, Klavier.). Erstdruck

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 11. Juli 1828, S.4 4.2


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 07, Nr. 416

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 05

Bärenreiter Urtext III » 146

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Der Musensohn - Zweite Fassung.pdf