Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 15. Mai 2013 - Berlin



Liedtext

Es träumen die Wolken,
Die Sterne, der Mond,
Die Bäume, die Vögel,
Die Blumen, der Strom.
Sie wiegen,
Und schmiegen
Sich tiefer zurück,
[Zum tauigen Bette,
Zur ruhigen Stätte]1,
Zum heimlichen Glück.
Doch Blättergesäusel
Und Wellengekräusel
Verkünden Erwachen.
Denn ewig geschwinde,
Unruhige Winde,
Sie [stören und]2 fachen.

Erst schmeichelnde Regung,
Dann wilde Bewegung;
Und dehnende Räume
Verschlingen die Träume.

Im Busen, im reinen,
Bewahre die deinen;
Es ströme dein Blut:
Vor rasenden Stürmen
Besonnen zu schirmen
Die heilige Gluth.

1 Schubert umgekehrte Reihenfolge, beim ersten Mal, danach noch einmal in der richtigen Reihenfolge.
2 Schubert: "stören, sie"; Alte Gesamtausgabe AGA: "stöhnen, sie"

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: Oktober 1819

Veröffentlichung (angezeigt): 23. Juni 1829

Originaltonart: g-Moll

Liedform: A-B-A'

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Johann Mayrhofer

Johann Mayrhofer veröffentlichte seine Gedichte 1824 bei der eher kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien. Diese Veröffentlichung ist als Digitalisat in der Österreichischen Nationalbibliothek online studierbar. Das Gedicht Beim Winde findet sich auf Seite 118ff. 3

Zur Musik

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 4

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Franz Schubert war 22 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichunggeschah in der Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode, 23. 6.1829, als Beilage 5

Später erschien das Lied bei Ant. Diabelli und Comp. Wien, VN 4270 als Nachlass-Lieferung 22 6

Der Sieg D 805
Atys D 585
Beim Winde D 669
Abendstern D 806
Gedichte von Mayrhofer

In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Piano-Forte von Franz Schubert.

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 04. Juni 1833: 7


Quelle(n)

3 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Gedichte von Johann Mayrhofer, Wien, Verlag Friedrich Volke, 1824, Sig. 71.Bb.5.(Vol.1)

4 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Neues Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst, Sig. 392789-C.20.21 

5 Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode Wien Verlag Gerold Jhg. 1829, Ausgabe vom 23. Juni

6 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Ant. Diabelli und Comp. Wien, 1833 Erstdruck Nachlass 22, Sig. SH.Schubert.546

7 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, ANNO, Österreichisch-kaiserliche privilegierte Wiener Zeitung Jhg. 1833, Ausgabe vom 4. Juni, Seite 4

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.389


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 06, Nr. 365

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 12

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Beim Winde.pdf