Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Friedrich von Schlegel (1872-1829)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Christoph Schnackertz - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 20. Juli 2011 - Erfurt

Liedtext

   Wie soll ich nicht tanzen?
Es macht keine Mühe,
Und reizende Farben
Schimmern hier im Grünen.
Immer schöner glänzen
Meine bunten Flügel,
Immer süßer hauchen
Alle kleinen Blüten.
Ich nasche die Blüten,
Ihr könnt sie nicht hüten.

   Wie groß ist die Freude,
Sei's spät oder frühe,
Leichtsinnig zu schweben
Über Tal und Hügel.
Wenn der Abend säuselt,
Seht ihr Wolken glühen;
Wenn die Lüfte golden,
Scheint die Wiese grüner.
Ich nasche die Blüten,
Ihr könnt sie nicht hüten.

Wie soll ich nicht tanzen?
  Es macht keine Mühe,
Und reizende Farben
  Schimmern hier im Grünen.
Immer schöner glänzen
  Meine bunten Flügel,
Immer süßer hauchen
  Alle kleinen Blüthen.
Ich nasche die Blüthen;
Ihr könnt sie nicht hüten.

Wie groß ist die Freude,
  Sey's spät oder frühe,
Leichtsinnig zu schweben
  Ueber Thal und Hügel.
Wenn der Abend säuselt,
  Seht ihr Wolken glühen;
Wenn die Lüfte golden,
  Scheint die Wiese grüner.
Ich nasche die Blüthen,
Ihr könnt sie nicht hüten.

Wie soll ich nicht tanzen,
  Es macht keine Mühe,
Und reitzende Farben
  Schimmern hier im Grünen.
Immer schöner glänzen
  Meine bunten Flügel,
Immer süßer hauchen
  Alle kleinen Blüthen.
Ich nasche die Blüthen;
Ihr könnt sie nicht hüthen.

Wie gross ist die Freude,
  Sey's spät oder frühe,
Leichtsinnig zu schweben
  Ueber Thal und Hügel.
Wenn der Abend säuselt,
  Seht ihr Wolken glühen;
Wenn die Lüfte golden,
  Scheint die Wiese grüner.
Ich nasche die Blüthen,
Ihr könnt sie nicht hüthen.

Zum Text

Friedrich von Schlegels Gedicht erschien 1802 im Musen-Almanach für das Jahr 1802. Herausgegeben von August Wilhelm Schlegel und Ludwig Tieck in der Cotta’schen Buchhandlung Tübingen.

Das Gedicht steht im ersten Teil der 2 x 10 Gedichte und 2 Prologe umfassenden Sammlung Abendröte.

Digitalisat auf books.google.com Seite 140

Weitere Ausgabe:

Friedrich Schlegel's sämmtliche Werke. Erster Band. Gedichte. Berlin, bei Julius Eduard Hitzig, 1809, Seite 19.

Textbild
Friedrich Schlegel 1801
Franz Gareis

Zur Musik

komponiert: 1820

Veröffentlichung (angezeigt): 06. April 1826

Originaltonart: F-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Schubert vertonte 16 Gedichte von Schlegel. Die frühesten Kompositionen entstanden 1818, die letzte sieben Jahre später 1825. 11 Vertonungen sind Gedichte aus der Sammlung Abendröte, die zyklischen Charakter haben, auch wenn es keine eigentliche Handlung gibt. 3.1
Schlegel stellt den beiden Teilen seiner Sammlung Abendröte jeweils ein Motto voraus. Diese beiden Gedichte tragen keinen eigenen Titel. Schubert wählte für die Vertonung des Gedichts Tiefer sinket schon die Sonne die Überschrift des schlegelschen Zyklus - Abendröte.
Dies mag ein weiterer Hinweis darauf sein, dass Schubert hier zyklisch dachte.

Erster Teil
[Tiefer sinket schon die Sonne] D 690
Die Berge D 634
Die Vögel D 691
Der Knabe D 692
Der Fluß D 693
Der Hirt
Die Rose D 745
Der Schmetterling D 633
Die Sonne
Die Lüfte
Der Dichter

Zweiter Teil
[Als die Sonne nun versunken]
Der Wanderer D 649
Der Mond
Zwei Nachtigallen
Das Mädchen D 652
Der Wasserfall
Die Blumen
Der Sänger
Die Sterne D 684
Die Gebüsche D 646
Der Dichter

Weitere Schlegel-Aufnahmen auf dieser Webseite

 

 

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte Thaddäus Weigl, VN 2494-2496 als op. 57 4.1

Der Schmetterling D633 und
Die Berge D 634 von Friedrich Schlegel
An den Mond D 193 von Friedrich von Hölty

in Musik gesetzt für eine Singstimme mit Pianoforte-Begleitung von Franz Schubert.

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 6. April 1826: 4.2

Wiener Zeitung 1826 04 06

Im T. Weigl'schen Kunst- und Musikverlage
am Graben 1144 (neben dem König von England)
sind ganz neu erschienen:
Hektors Abschied. Emma.
Des Mädchens Klage.
Gedichte von Fr. v. Schiller in Musik gesetzt für eine Singstimme mit Pianoforte-Begleitung von Franz Schubert. 56tes Werk Preis 2 fl. W.W.
Ferner:
Schubert, Fr., der Schmetterling und die Berge, von Fr. v. Schlegel. An den Mond; von Fr. v. Hölty. In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Pianoforte-Begleitung 57tes Werk. Preis 1 fl. 30 kr. W.W.
Beym Erscheinen dieser neuesten Werke des geschätzen Tonsetzers ist zu bemerken, daß derselbe sein Augenmerk vorzüglich dahin gerichtet, jede Schwierigkeit in der Pianoforte-Begleitung entfernt zu halten.

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 03, Nr. 179

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 03

Friedländer Bd. IV » 049

Bärenreiter Urtext II » 110

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

4.1 Österreichischen Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Erstdruck op. 57, Sig. SH.Schubert.232

4.2 Österreichischen Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, ANNO, Wiener Zeitung Jhg. 1826, Ausgabe vom 06. April

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.366

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Der Schmetterling.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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