Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Donnerstag, 16. Mai 2013 - Berlin



Liedtext

Hörnerklänge rufen klagend
Aus des Forstes grüner Nacht,
In das Land der Liebe tragend,
Waltet ihre Zaubermacht.
Selig, wer ein Herz gefunden,
Das sich liebend ihm ergab,
Mir ist jedes Glück entschwunden,
Denn die Teure deckt das Grab.

Tönen aus des Waldes Gründen
Hörnerklänge an mein Ohr,
Glaub' ich wieder sie zu finden,
Zieht es mich zu ihr empor.
Jenseits wird sie mir erscheinen,
Die sich liebend mir ergab,
O welch seliges Vereinen!
Keine Schrecken hat das Grab.

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: Oktober 1819

Veröffentlichung (angezeigt): 1844

Originaltonart: Es-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Johann Mayrhofer

Das Gedicht Trost ist nicht in den gedruckten Gedichten Mayrhofers zu finden. In Schuberts Manuskript ist nur die erste Strophe unterlegt, jedoch fordert Schubert eine Wiederholung des Liedes durch Wiederholungszeichen am Ende. Die zweite Strophe könnte jedoch auch von einem anderen Dichter stammen.

Zur Musik

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

Mein Verhältnis mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunst machten unser Verhältnis inniger; ich dichtete,er komponirte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt. 1

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Schubert war 22 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Das Manuskript des Liedes liegt in der Bibliothèke nationale de France. Es kann online studiert werden.

Die Erstveröffentlichung besorgte Cappi & Diabelli als Nachlass-Lieferung 44, VN 8821: 2

Trost. Gedicht von Mayrhofer D 671
Die Nacht. Gedicht von Uz D 358
Zum Punsche. Gedicht von Mayrhofer D 492
Das Leben. Gedicht von Wannovius D 269

In Musik gesetzt für Gesang und Begleitung des Pianoforte von Franz Schubert.


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 06, Nr. 367

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 12

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Trost.pdf