Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Matthias Claudius (1740-1815)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Ralph Neubert - Piano
Aufnahme: Freitag, 10. September 2010 - Erfurt

Liedtext

heutige Schreibweise

Du kleine grünumwachsne Quelle,
An der ich Daphne jüngst gesehn!
Dein Wasser war so still! und helle!
Und Daphnes Bild darin so schön!
O wenn sie sich noch mal am Ufer sehen läßt,
So halte du ihr schönes Bild doch fest;
Ich schleiche heimlich dann mit nassen Augen hin,
Dem Bild meine Not zu klagen;
Denn, wenn ich bei ihr selber bin,
Dann, ach dann kann ich ihr nichts sagen.

Zum Text

Der 20-jährige Matthias Claudius schrieb sein Gedicht 1760 und veröffentlichte es vier Jahre später 1764 freilich mit einem anderen Mädchennamen, nämlich Chloe anstatt Daphne in Tändeleyen und Erzählungen. Jena, bey Johann Adam Melchiors seel. Wittwe. 1764, Seite 15.

Du kleine grünumwachsne Quelle,
An der ich Chloe jüngst gesehn,
Dein Wasser war so still, so helle,
Und Chloes Bild darinn - so schön.
O, wenn sie sich nochmal am Ufer sehen läßt,
So halte du ihr schönes Bildniß vest.
Ich schleiche dann voll Liebe einsam hin,
Dem Bilde mein Gefühl zu klagen,
Denn, wenn ich bey ihr selber bin,
Dann, ach! dann kann ich ihr nichts sagen.

 Im Wandsbecker Bothen in der Matthias Claudius auch sein Gedicht An die Nachtigall veröffentlichte, steht An eine Quelle auf Seite 93 in folgender Version:

Du kleine grünumwachsne Quelle,
  An der ich Daphne jüngst gesehn!
Dein Wasser war so still! so helle!
  Und Daphne's Bild darin, so schön!
O, wenn sie sich noch mahl am Ufer sehen läßt,
So halte du ihr schönes Bild doch fest;
Ich schleiche heimlich dann mit naßen Augen hin,
  Dem Bilde meine Noth zu klagen;
Denn, wenn ich bey ihr selber bin,
Denn, ach! denn kann ich ihr nichts sagen.

 In der 1784 veröffentlichten Ausgabe des Wandbecker Bothen, der auch in der Österreichischen Nationalbibliothek abrufbar ist, erscheint das Gedicht auf Seite 154 noch einmal leicht verändert.

Textbild
Wandsbecker Bothe

Zur Musik

komponiert: Februar 1817

Veröffentlichung (angezeigt): 10. Juli 1829

Originaltonart: A-Dur

Liedform: durchkomponiert

Besonderheiten:

Franz Schubert war ebenfalls gerade 20 Jahre alt, als er das vorliegende Lied auf das Gedicht von Claudius verfasste.
Das im Druck erschienene Klaviervorspiel stammt von Diabelli und wurde nachträglich hinzugefügt (siehe Faksimile des Manuskripts).

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Ein Faksimile des Autographs wurde 1928 im Jhg. 49, Heft 11 der Neuen Musik-Zeitung, Stuttgart, abgedruckt. Es findet sich nach Seite 360 im Rahmen eines Artikels zu diesem Manuskript (S. 359) und kann online auf www.digizeitschriften.de studiert werden. 4.1

Deckblatt Neue Musikzeitung

Die Veröffentlichung besorgte A. Diabelli & Co. als op. post. 109 4.2

Am Bach im Frühlinge D 361
Genügsamkeit D 143
An eine Quelle D 530 von Claudius [sic!]

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 10. Juli 1829: 4.3

Wiener Zeitung 1829 07 10

 

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 04, Nr. 273

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 11

Friedländer Bd. IV » 124

Link zum Manuskript
schubertmanu

Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

4.1 www.digizeitschriften.de - Faksimile

4.1 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Erstdruck op. 109, Wien, Sign: SH.Schubert.394

4.2 Österreichische Nationalbibliothek - ANNO, Digitalisierte historische Zeitungen und Zeitschriften, Wiener Zeitung, Jhg. 1829, Ausgabe vom 10. Juli

 

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.309

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: An eine Quelle.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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