Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Johann Gaudenz von Salis-Seewis (1762-1834)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Ralph Neubert - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 08. September 2010 - Erfurt

Liedtext

heutige Schreibweise

Bunt sind schon die Wälder,
Gelb die Stoppelfelder,
Und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
Graue Nebel wallen,
Kühler weht der Wind.

Wie die volle Traube
Aus [dem]1.1 Rebenlaube
Purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen
Pfirsiche, mit Streifen
Rot und weiß bemalt.

Flinke Träger springen,
Und die Mädchen singen,
Alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben
Zwischen hohen Reben,
Auf dem Hut von Stroh!

Geige tönt und Flöte
Bei der Abendröte
Und im [Mondenglanz]1.2;
Junge Winzerinnen
Winken und beginnen
Deutschen Ringeltanz.

1.1 Schubert: der
1.2 Schubert: Morgenglanz

Zum Text

Johann Gaudenz von Salis-Seewis und Friedrich Matthisson verband eine lebenslange Freundschaft. Matthisson besorgte 1793 die Veröffentlichung der Gedichte von Salis-Seewis in Zürich. Bei Orell, Gessner, Füssli & Comp. auf den Seiten 53f. erscheint das 1782 verfasste Gedicht Herbstlied. Ein Digitalisat der Veröffentlichung kann man als Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek online studieren. 2.1 & 2.2 

Es handelt sich wahrscheinlich um das bekannteste Gedicht von Salis-Seewis, das mit der eingängigen Melodie von Johann Friedrich Reichardt noch heute seinen unvergesslichen Volkston gefunden hat. 2.3

Textbild
Johann Heinrich Lips
Salis-Seewis 1800

Zur Musik

komponiert: November 1816

Veröffentlichung (angezeigt): 1872

Originaltonart: G-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Schubert vertonte insgesamt 15 Texte von Salis-Seewis.
Zählt man alle Fassungen und Bearbeitungen der Texte zusammen kommt man auf fast 30 Kompositionen, die uns heute vorliegen.

In der Österreichischen Nationalbibliothek findet man in den meisten Fällen die Gedichtvorlagen aus Wien aus den Jahren 1814-1828, die Schubert vermutlich für seine Vertonungen verwendet hat.
Im vorliegenden Fall wird vielleicht die 172 Seiten starke Neueste Auflage der Gedichte von Johann Gaudenz von Salis-Seewis herausgegeben bei Bernhard Philipp Bauer Wien aus dem Jahr 1815 als Vorlage gedient haben. Das Gedicht Herbstlied steht dort auf der Seite 3f. 3.1

Schubert war 19 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb. In diesem Jahr schrieb er unter anderem auch die verschollene Prometheus-Kantate, die beiden Sinfonien Nr. 4 c-Moll (die Tragische) und Nr. 5 B-Dur sowie die Messe Nr. 4 C-Dur.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Veröffentlichung besorgte Johann Peter Gotthard 1872 in Wien, V.N.325-361 als
Neueste Folge nachgelassener Lieder und Gesänge von Franz Schubert 4.1

▪ Wiedersehn D 855 (Adolf von Schultner freundschaftlichst gewidmet vom Verleger)
▪ Gondelfahrer D 808 (Dem Meistersänger Julius Stockhausen verehrungsvoll gewidmet vom Verleger)
▪ Am Flusse D 766 (Dem Meistersänger Julius Stockhausen verehrungsvoll gewidmet vom Verleger)
▪ Nachthymne D 687 (Dem Meistersänger Julius Stockhausen verehrungsvoll gewidmet vom Verleger)
▪ Nach einem Gewitter D 561 (Adolf von Schultner freundschaftlichst gewidmet vom Verleger)
▪ Grablied auf einen Soldaten D 454
▪ Der gute Hirt D 449 (Adolf von Schultner freundschaftlichst gewidmet vom Verleger)
▪ Das gestörte Glück D 309 (Adolf von Schultner freundschaftlichst gewidmet vom Verleger)
▪ An die Sonne D 272 (Gustav Walter k.k. Hofopern= und Kammersänger gewidmet vom Verleger)
▪ Abends unter der Linde D 237 (Gustav Walter k.k. Hofopern= und Kammersänger gewidmet vom Verleger)
▪ Liebeständelei D 206 (Gustav Walter k.k. Hofopern= und Kammersänger gewidmet vom Verleger)
▪ Ammenlied D 122
▪ Die Sehnsucht D 359 (Fräulein Helene Magnus, k.k. Kammersängerin gewidmet vom Verleger)
▪ Hoffnung D 251 (Gustav Walter k.k. Hofopern= und Kammersänger gewidmet vom Verleger)
▪ Rückweg D 476 (Fräulein Maria Ambros gewidmet vom Verleger)
▪ Der Knabe in der Wiege D 579 (Gustav Walter k.k. Hofopern= und Kammersänger gewidmet vom Verleger)
▪ Lebensmuth D 937 (Gustav Walter k.k. Hofopern= und Kammersänger gewidmet vom Verleger)
▪ Der Jüngling und der Tod D 545 (Adolf von Schultner freundschaftlichst gewidmet vom Verleger)
▪ La Pastorella D 528 (Fräulein Anna Regan gewidmet vom Verleger)
▪ Nachtviolen D 752 (Fräulein Maria Ambros gewidmet vom Verleger)
▪ Klage D 371 (Herrn Dr. Josef Truttner freundschaftlichst gewidmet vom Verleger)
▪ Der Knabe D 692 (Herrn Nicolaus Dumba verehrungsvoll gewidmet vom Verleger)
▪ Hoffnung D 295 (Herrn Nicolaus Dumba verehrungsvoll gewidmet vom Verleger)
▪ Herbstlied D 502 (Fräulein Helene Magnus, k.k. Kammersängerin gewidmet vom Verleger)
▪ Aus Diego Manzanares D 458 (Frau Louise Dustmann, k.k. Kammer & Hofopernsängerin verehrungsvoll gewidmet vom Verleger)
▪ Die verfehlte Stunde D 409 (Frau Louise Dustmann, k.k. Kammer & Hofopernsängerin verehrungsvoll gewidmet vom Verleger)
▪ Der Fluß D 693 (Fräulein Maria Ambros gewidmet vom Verleger)
▪ Das Geheimnis D 250 (Dem Meistersänger Julius Stockhausen verehrungsvoll gewidmet vom Verleger)
▪ Liebesrausch D 179 (Herrn Nicolaus Dumba verehrungsvoll gewidmet vom Verleger)
▪ Die Sterne D 176 (Herrn Dr. Josef Truttner freundschaftlichst gewidmet vom Verleger)
▪ Die Perle D 466 (Herrn Nicolaus Dumba verehrungsvoll gewidmet vom Verleger)
▪ Leiden der Trennung D 509 (Fräulein Helene Magnus, k.k. Kammersängerin gewidmet vom Verleger)
▪ Der Morgendkuss D 264 (Herrn Dr. Josef Truttner freundschaftlichst gewidmet vom Verleger)
▪ Die Liebe. Klärchens Lied D 210 (Frau Louise Dustmann, k.k. Kammer & Hofopernsängerin verehrungsvoll gewidmet vom Verleger)
▪ Sängers Morgenlied D 165 (Herrn Dr. Josef Truttner freundschaftlichst gewidmet vom Verleger)
▪ Der Flüchtling D 402 (Gustav Walter k.k. Hofopern= und Kammersänger gewidmet vom Verleger)
▪ Vier Hymnen D 659 - 662 (Herrn P. Leop.Puschl verehrungsvoll gewidmet vom Verleger)

Deckblatt Nachlass

Johann Peter Gotthard schrieb folgende Worte zu seiner Veröffentlichung:

Nachlass 1872 Nachwort

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 04, Nr. 282

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 11

Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

2.1 Seite „Johann Gaudenz von Salis-Seewis“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 27. Juni 2019, 19:26 UTC

2.2 J. G. von Salis Gedichte, Zürich Verlag: Orell, Gessner, Füssli, 1793, S. 53

2.3 Seite „Bunt sind schon die Wälder“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 12. März 2019, 06:00 UTC. (Abgerufen: 23. September 2019, 13:20 UTC)

3.1 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Salis-Seewis, Johann Gaudenz von. Gedichte. Neueste Auflage, Bernhard Philipp Bauer, 1815.

4.1 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Erstdruck Nachlass Gotthard, Sig. SH.Schubert.651

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.295

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Herbstlied.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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