Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

download

Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Freitag, 24. Juni 2011 - Berlin

Liedtext

Sicheln schallen,
Ähren fallen
Unter Sichelschall;
Auf den Mädchenhüten
Zittern blaue Blüten,
Freud' ist überall.

Sicheln klingen,
Mädchen singen
Unter Sichelklang;
Bis, vom Mond beschimmert,
Rings die Stoppel flimmert,
Tönt der Erntesang.

Jeder scherzet,
Jeder herzet
Dann sein Liebelein.
Nach geleerten Kannen
Gehen sie vondannen,
Singen und juchhei'n!

Sicheln schallen;
Aehren fallen
Unter Sichelschall;
Auf den Mädchenhüthen
Zittern blaue Blüthen;
Wonn' ist überall!

Sicheln klingen;
Mädchen singen,
Unter Sichelklang;
Bis das Mondlicht schimmert
Auf den Stoppel flimmert,
Frohen Erndtesang.

Alles springet,
Alles singet,
Was nur fallen kann.
Bei dem Erndtemahle
Ißt aus einer Schale
Knecht und Bauersmann.

Hanns und Michel
Schärft die Sichel,
Pfeift ein Lied dazu.
Mähet; dann beginnen
Schnell die Binderinnen,
Binden sonder Ruh.

Jeder scherzet,
Jeder herzet
Dann sein Liebelein.
Nach geleerten Kannen
Gehen sie von dannen,
Singen und juchheyn!

Sicheln schallen;
Ähren fallen
Unter Sichelschall;
Auf den Mädchenhüten
Zittern blaue Blüthen;
Freud' ist überall!

Sicheln klingen;
Mädchen singen,
Unter Sichelklang;
Bis vom Mond beschimmert,
Rings die Stoppel flimmert,
Tönt der Erntesang.

Alles springet,
Alles singet,
Was nur lallen kann.
Bei dem Erntemahle
Isst aus einer Schale
Knecht und Bauersmann.

(Hans und Michel
Schärft die Sichel,
Pfeift ein Lied dazu,
Mähet; dann beginnen
Schnell die Binderinnen,
Binden sonder Ruh.)

Jeder scherzet,
Jeder herzet
Dann sein Liebelein.
Nach geleerten Kannen
Gehen sie von dannen,
Singen und juhey'n!

Nach dem Erstdruck

Zum Text

Ludwig Christoph Heinrich Hölty muss ein ungeheuer wissbegieriger Mensch gewesen sein. Schon als kleiner Junge las er alles, was er in die Hände bekam. Man sagt, er sei ein sehr hübscher Junge gewesen. Jedoch wurde er von Blattern entstellt genau in der Woche, in der auch seine Mutter an Schwindsucht starb. Er selbst durfte kaum 28 Jahre alt werden, als auch ihn die Schwindsucht hinweg raffte. 2.1

Das vorliegende Gedicht schrieb Hölty 1775. Unter dem Titel Erndtelied erschien es zuerst in Musenalmanach für das Jahr 1776 von den Verfassern des bisherigen Göttinger Musenalmanach hrsg. von Johann Heinrich Voss. Lauenburg, S. 135f.

Weitere Veröffentlichungen:

Gedichte von Ludewig Heinrich Christoph Hölty. Besorgt durch seine Freunde Friederich Leopold Grafen zu Stolberg und Johann Heinrich Voß. Hamburg, bei Carl Ernst Bohn. 1783, S. 28f.

Hölty, Ludwig Christoph Heinrich, and Bauer, Bernhard Philipp VerlegerIn. Ludw. Heinr. Ch. Hölty's Gedichte. Neueste Auflage ed. Wien: Bey B. Ph. Bauer, 1816, S. 147.

Textbild
Ludwig Christoph Heinrich Hölty.
In: Gedichte, Wien: F. A. Schrämbl, 1790

Zur Musik

komponiert: Mai 1816

Veröffentlichung (angezeigt): 1850

Originaltonart: E-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Schubert hat in seinen beiden produktivsten Jahren 1815 und 1816, zählt man alle laut Deutsch-Verzeichnis vorliegenden Lieder, Fassungen, Bearbeitungen und Entwürfe zusammen, insgesamt 40 mal Texte von Hölty vertont.
Unter diesen Vertonungen findet sich unter anderem eines der bekanntesten Schubertlieder - die Seligkeit D433.

Alle bisher eingespielten Hölty-Vertonungen auf dieser Webseite.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte A. Diabelli et Comp. als Nachlass-Lieferung 48, VN 8837 4.1

Die Sterne D 684, von Schlegel.
Erndtelied D 434, von Hölty.
Trinklied D 888, von Shakespeare.
Klage D 436, von Hölty.
Mignon D 727, von Goethe.
Der Goldschmiedsgesell D 560, von Goethe.
Tischlerlied D 274.

In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte von Franz Schubert.

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 04, Nr. 226

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 10

Friedländer Bd. VI » 060

Erstdruck

PDF laden

Originalversion des Liedes

PDF laden

Quelle(n)

2.1 Voss, Johann Heinrich: Gedichte von L.H.C.Hölty, Verlag Carl Ernst Bohn, Hamburg, 1804

4.1 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, A. Diabelli et Comp., Wien, Erstdruck Nachlass 48, Sig. SH.Schubert.584

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.256

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Erntelied.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

Auf unserer Webseite haben Sie die Möglichkeit, uns Künstler direkt zu fördern. Ähnlich wie die Freunde zu Schuberts Zeiten.
Ihre finanzielle Unterstützung kommt zu 100% bei uns Künstlern an und unserem Schubertlied-Projekt zugute.
Wir würden uns freuen, wenn Sie uns helfen!

Diese Webseite verwendet keine Cookies, die Ihrer Zustimmung bedürfen, sondern nur ein Session-Cookies, um den Inhalt anzuzeigen.
Die Homepage basiert auf dem ContentManagementSystem Joomla