Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Samstag, 25. August 2012 - Berlin

Liedtext

Freuden sonder Zahl
Blühn im Himmelssaal
Engeln und Verklärten,
Wie die Väter lehrten.
O da möcht ich sein,
Und mich ewig freun!

Jedem lächelt traut
Eine Himmelsbraut;
Harf und Psalter klinget,
Und man tanzt und singet.
O da möcht' ich sein,
Und mich ewig freun!

Lieber bleib' ich hier,
Lächelt Liebchen mir
Einen Blick, der saget,
Daß ich ausgeklaget.
Selig dann mit ihr,
Bleib' ich ewig hier!

  Freuden sonder Zahl
Blühn im Himmelssaal
Engeln und Verklärten,
Wie die Väter lehrten.
O da möcht ich sein,
Und mich freun, mich freun!

  Jedem lächelt traut
Eine Himmelsbraut;
Harf' und Psalter klinget,
Und man tanzt und singet.
O da möcht' ich sein,
Und mich ewig freun!

  Lieber bleib' ich hier,
Lächelt Laura mir
Einen Blick, der saget,
Daß ich ausgeklaget.
Selig dann mit Ihr,
Bleib' ich ewig hier!

Erstdruck 1804

Freuden sonder Zahl
Sind im Himmelssaal,
Wie man uns erzählet,
Keine Wonne fehlet,
Ach, da möcht' ich, rein
Alles Wandels, seyn!

Unter Engeln gehn,
Ihre Spiele seyn,
Küßen sie, als Brüder,
Lernen ihre Lieder,
Ach, da möcht' ich, rein
Alles Wandels, seyn!

Lieber blieb' ich hier,
Gäbe Julchen mir
Einen Blick voll Minne,
Wann ich den gewinne,
Bleib' ich lieber hier,
Freue mich mit ihr.

Ursprüngliche Fassung des Gedichtes von Hölty

  Freuden sonder Zahl
Blühn im Himmelssaal
Engeln und Verklärten,
Wie die Väter lehrten.
O da möcht' ich seyn,
Und mich freun, mich freun!

  Jedem lächelt traut
Eine Himmelsbraut.
Harf' und Psalter klinget,
Und man tanzt und singet.
O, da möcht' ich seyn,
Und mich ewig freun!

  Lieber bleib' ich hier,
Lächelt Laura mir
Einen Blick, der saget,
Daß ich ausgeklaget.
Selig dann mit Ihr,
Bleib ich ewig hier!

Zum Text

Ludwig Christoph Heinrich Hölty muss ein ungeheuer wissbegieriger Mensch gewesen sein. Schon als kleiner Junge las er alles, was er in die Hände bekam. Man sagt, er sei ein sehr hübscher Junge gewesen. Jedoch wurde er von Blattern entstellt genau in der Woche, in der auch seine Mutter an Schwindsucht starb. Er selbst durfte kaum 28 Jahre alt werden, als auch ihn die Schwindsucht hinweg raffte. 2.1

Mit nur 25 Jahren schrieb er 1773 das Gedicht Minnelied, welches Johann Heinrich Voß in einer starken Bearbeitung als Seligkeit im Gedichtband aus dem Jahr 1804 auf Seite 191f. veröffentlichte. 2.2

Weitere Veröffentlichungen:

Hölty, Ludwig Christoph Heinrich, and Bauer, Bernhard Philipp VerlegerIn. Ludw. Heinr. Ch. Hölty's Gedichte. Neueste Auflage ed. Wien: Bey B. Ph. Bauer, 1816, S. 135.

Textbild
Ludwig Christoph Heinrich Hölty.
In: Gedichte, Wien: F. A. Schrämbl, 1790

Zur Musik

komponiert: Mai 1816

Veröffentlichung (angezeigt): 1895

Originaltonart: E-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Schubert hat in seinen beiden produktivsten Jahren 1815 und 1816, zählt man alle laut Deutsch-Verzeichnis vorliegenden Lieder, Fassungen, Bearbeitungen und Entwürfe zusammen, insgesamt 40 mal Texte von Hölty vertont.
Unter diesen Vertonungen findet sich unter anderem eines der bekanntesten Schubertlieder - die hier eingespielte Seligkeit D433.

Alle bisher eingespielten Hölty-Vertonungen auf dieser Webseite.

Schubert war 19 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Das Autograph kann online studiert werden. Es liegt in der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek. Vorbesitzer waren laut schubert-online.at Ferdinand Schubert, Anton Diabelli & Co.: Verlagshaus, C. A. Spina: Verlagshaus, Friedrich Schreiber, Alwin Cranz sen., Alwin Cranz jun., Heinrich Eisenmann (London), Familie Mannheim(London). Sammelmanuskript 3 Bll. mit D 371, D 431, D 432 und Canon a trè in B, D deest; Teil eines ursprünglich umfangreicheren Heftes mit sechs Liedern (zusätzlich D 429 und D 430) 2

Im Manuskript heißt es in der dritten Strophe "Lächelt Laura mir".

Die Erstveröffentlichung geschah in der Alten Gesamtausgabe 1895.

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 04, Nr. 225

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 10

Friedländer Bd. VII » 111

Originalversion des Liedes

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Transposition für mittlere Stimme

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Quelle(n)

2.1 Voss, Johann Heinrich: Gedichte von L.H.C.Hölty, Verlag Carl Ernst Bohn, Hamburg, 1804, Vorwort!

2.2 Voss, Johann Heinrich: Gedichte von L.H.C.Hölty, Verlag Carl Ernst Bohn Hamburg, 1804

4.1 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Eigenhändige Musikhandschrift, Sig: L14.Münze.2 MUS MAG

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.256

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Seligkeit.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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