Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Christoph Schnackertz - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 20. Juli 2011 - Erfurt

Liedtext

Willkommen, o silberner Mond,
Schöner, stiller Gefährte der Nacht!
Du entfliehst? Eile nicht, bleib', Gedankenfreund!
Sehet, er bleibt, das Gewölk wallte nur hin.

Des Maies Erwachen ist nur
Schöner noch wie die Sommernacht,
Wenn ihm Tau, hell wie Licht, aus der Locke träuft,
Und zu dem Hügel herauf rötlich er kömmt.

Ihr Edleren, ach, es bewächst
Eure Male schon ernstes Moos!
O, wie war glücklich ich, als ich noch mit euch
Sahe sich röten den Tag, schimmern die Nacht!

Willkommen, o silberner Mond,
  Schöner, stiller Gefährt der Nacht!
    Du entfliehst? Eile nicht, bleib, Gedankenfreund!
      Sehet, er bleibt, das Gewölk wallte nur hin.

Des Mayes Erwachen ist nur
  Schöner noch, wie die Sommernacht,
    Wenn ihm Tau, hell wie Licht, aus der Locke träuft,
      Und zu dem Hügel herauf röthlich er kömmt.

Ihr Edleren, ach es bewächst
  Eure Maale schon ernstes Moos!
    O, wie war glücklich ich, als ich noch mit euch
      Sahe sich röthen den Tag, schimmern die Nacht.

Willkommen, o silberner Mond,
Schöner, stiller Gefährte der Nacht!
Du entfliehst? Eile nicht, bleib Gedankenfreund!
Sehet, er bleibt, das Gewölk wallte nur hin.

Des Maies Erwachen ist nur
Schöner noch wie die Sommernacht,
Wenn im Tau, hell wie Licht, aus der Locke träuft,
Und zu dem Hügel herauf rötlich er kömmt.

Ihr Edleren, ach es bewächst
Eure Maale schon ernstes Moos!
O wie war glücklich ich, als ich noch mit euch
Sahe sich röten den Tag, schimmern die Nacht!

1. Strophe nach dem Erstdruck, 2.-3. Strophe nach dem Manuskript

Zum Text

Klopstock schrieb seine Ode Die frühen Gräber im Jahr 1764 im Alter von 40 Jahren. 

Sie wurde 1784 von Johann Thomas Edlen von Trattnern in Wien veröffentlicht.

Auf Seite 207f. kann man sie als Digitalisat online studieren.

Weitere Veröffentichung

Klopstocks Werke. Leipzig: bey Georg Joachim Göschen 1798. S.223f. 2.1

Textbild
Portrait of Friedrich Gottlieb Klopstock
etwa 1779
Jens Jørgensen Juel

Zur Musik

komponiert: 14. September 1815

Veröffentlichung (angezeigt): 25. April 1837

Originaltonart: a-Moll

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Klopstock gilt als Erneuerer der deutschen Sprache und als Erschaffer neuer Versformen. Viele Komponisten haben Verse von ihm vertont. Dabei stellt Klopstock durch sein oftmals ungewöhnliches Versmaß auch ungewöhnliche Anforderungen an die Komponisten. In ihrem 2016 erschienenen, musikwissenschaftlichen Artikel geht Hanna Zühlke auf diese Besonderheit ein. 3.1

Franz Schubert vertonte insgesamt 16 Texte von Klopstock. Manche Stücke sind für Chor, die meisten jedoch sind Lieder. Zählt man alle Fassungen zusammen kommt man auf insgesamt 21 Klopstock-Vertonungen, die uns heute von Schubert vorliegen. 

18 Jahre alt war er, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Ein Teil des Manuskripts findet sich in The Morgan Library New York.

Digitalisat online

Die Erstveröffentlichung der ersten Fassung des Liedes besorgte A. Diabelli & Co., VN 5032, Wien als Nachlass-Lieferung 28 4.1

Hermann und Thusnelda D 322
Selma und Seimar D 286
Das Rosenband D 280
Edone D 445
Die frühen Gräber D 290

Gedichte von Klopstock. In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte von Franz Schubert

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 25. April 1837: 4.2

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 03, Nr. 144

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 09

Friedländer Bd. V » 162

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

2.1 Klopstock, Friedrich Gottlieb, Oden, Verlag Georg Joachim Göschen, Leipzig, 1798, digitalisiert durch Google

3.1 Hanna Zühlke, Verfahren der Versvertonung in Klopstock-Liedern des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, Schott-Music GmbH, Mainz, 2016

4.1 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, A. Diabelli und Comp. Wien, Erstdruck Nachlass 28, Sig. SH.Schubert.559

4.2 Österreichische Nationalbibliothek - ANNO, Digitalisierte historische Zeitungen und Zeitschriften, Wiener Zeitung, Jhg. 1837, Ausgabe vom 25. April, S. 4

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.178

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Die frühen Gräber.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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