Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Friedrich von Schiller (1759-1805)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Freitag, 13. August 2010 - Berlin


Liedtext

Willkommen, schöner Jüngling!
    Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
    Willkommen auf der Flur!

Ei, ei! Da bist ja wieder!
    Und bist so lieb und schön!
Und freun wir uns so herzlich,
    Entgegen dir zu gehn.

Denkst auch noch an mein Mädchen?
    Ei, Lieber, denke doch!
Dort liebte mich das Mädchen,
    Und's Mädchen liebt mich noch!

Fürs Mädchen manches Blümchen
    Erbat ich mir von dir -
Ich komm' und bitte wieder,
    Und du? Du gibst es mir.

Willkommen schöner Jüngling!
    Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
    Willkommen auf der Flur!

Ey! Ey! da bist ja wieder!
    Und bist so lieb und schön!
Und freun wir uns so herzlich
    Entgegen dir zu gehn.

Denkst auch noch an mein Mädchen?
    Ey lieber denke doch!
Dort liebte mich das Mädchen,
    Und ’s Mädchen liebt mich noch!

Fürs Mädchen manches Blümchen
    Erbettelt’ ich von dir –
Ich komm und bitte wieder,
    Und du? – du gibst es mir?

Willkommen schöner Jüngling!
    Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
    Willkommen auf der Flur.

Willkommen schöner Jüngling!
    Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
    Willkommen auf der Flur!

Ei! Ei! da bist du wieder!
    Und bist so schön und lieb!
Und freun wir uns so herzlich,
    Entgegen dir zu gehn.

Denkst auch noch an mein Mädchen?
    Ei lieber denke doch!
Dort liebte mich das Mädchen,
    Und ’s Mädchen liebt mich noch.

Für's Mädchen manches Blümchen
    Erbath ich mir von dir –
Ich komm und bitte wieder,
    Und du? – du gibst es mir.

Erstdruck op. 172 Nr. 5

Zum Text

Schiller veröffentlichte sein 1782 geschriebenes Gedicht im gleichen Jahr unter dem Pseudonym M. und als Fälschung getarntem Druck in der Anthologie auf das Jahr 1782 auf Seite 123:

Gedruckt in der Buchdruckerei
zu Tobolsko.
Meinem Prinzipal
dem Tod
zugeschrieben.
Großmächtigster Czar alles Fleisches,
Allezeit Vermindrer des Reichs,
Unergründlicher Nimmersatt in der
ganzen Natur!

Anthologie 1782

Scan des Originaldrucks auf wikisource.org 2.1

Textbild
Anthologie 1782

Zur Musik

komponiert: 06. September 1815

Veröffentlichung (angezeigt): 02. Dezember 1865

Originaltonart: F-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Schubert kannte das Gedicht vielleicht aus Fridrich von Schillers (sic!) Gedichte, Dritter Theil, Neueste Auflage, Wien 1815 bei Bernhard Philipp Bauer. Dort steht das Gedicht auf Seite 7. 3.1

Schubert und Schiller sich nie begegnet, denn Schubert war erst 8 Jahre und 3 Monate alt, als Schiller starb. Dennoch übten offenbar die Texte und Gedichte Schillers auf Schubert vor allem in der Jugend eine starke Faszination aus.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Schubert 39 Texte von Schiller vertonte. Dazu zählen die ersten, uns bekannten Vertonungen ebenso wie einige der letzten, die Schubert schrieb.
Zählt man alle Fragmente und Entwürfe zusammen, die heute laut Deutschverzeichnis bekannt sind, so kommt man auf nicht weniger als 77 Werke, die uns vorliegen. Die meisten entstanden in den jungen Jahren Schuberts. Allein 66 Kompositionen in der Zeit zwischen 1811 und 1817. In dieser Zeit war Schubert zwischen 14 und 20 Jahre alt.

Schiller-Vertonungen auf dieser Homepage.

Die vorliegende Vertonung schrieb Schubert im Alter von 18 Jahren.

Denselben Text verwendete Schubert auch in den Vertonungen D 338 (Quartett) und D 587

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte Carl Anton Spina als Nachlass op. 172 VN 16784 4.1

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 03, Nr. 136

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 11

Friedländer Bd. VI » 103

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

2.1  Anthologie auf das Jahr 1782, S. 123 – 124, Herausgeber: Friedrich Schiller, 1782, Verlag: J. B. Metzler, Stuttgart - Scan auf wikisource.org - abgerufen am 27.05.2020

3.1 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Fridrich von Schillers Gedichte, Dritter Theil, Neueste Auflage, Wien 1815 bei Bernhard Philipp Bauer, Signatur: 242573-A.3

4.1 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen Schubert, Franz Op. 172. Aus dem Nachlasse. Wien: C. A. Spina, Sig.: SA.87.B.172

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.174

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: An den Frühling - Erste Bearbeitung.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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