Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

download

Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Dienstag, 17. Juni 2008 - Berlin



Liedtext

Tiefe Stille herrscht im Wasser,
Ohne Regung ruht das Meer,
Und bekümmert sieht der Schiffer
Glatte Fläche rings umher.
Keine Luft von keiner Seite!
Todesstille fürchterlich!
In der ungeheuren Weite
Reget keine Welle sich.

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: 20. Juni 1815

Veröffentlichung (angezeigt): 1952

Originaltonart: C-Dur

Liedform: durchkomponiert

Besonderheiten:

Zum Text

Schiller - Musenalmanach

Goethes Gedicht erscheint 1796 unter dem Titel "Meeresstille." gemeinsam mit dem Gedicht "Glückliche Fahrt." in Schillers Musen-Almanach für das Jahr 1796. Der biografische Anlaß für dieses Gedicht liegt in der Italienreise Goethes von 1786 bis 1788. Goethe erlebte Meeresstille und Glückliche Fahrt am eigenen Leib bei seiner Rückkehr aus Sizilien.

Zur Musik

Schubert schreibt dazu eine Musik, die ebenfalls gänzlich zu stehen scheint. Trotzdem beginnt die erste Version harmonisch unruhiger und vielleicht ist schon der zweite Akkord ein Hinweis darauf, dass Schubert auch um die Enstehungsgeschichte des Gedichtes wusste. Während nämlich in den ersten 4 Takten der zweiten Bearbeitung lediglich ein Wechsel von Tonika zur Dominante und zurück zur Tonika erfolgt, moduliert er in der hier vorliegenden ersten Bearbeitung von der Tonika C über die Mollparallele mit hinzugefügter Sechste (die hier fast ein wenig wie ein neapolitanischer Akkord klingt [sic]) oder besser über s6 der zu erreichenden Tonart E und D7 (von E) zu E-Dur. Auch gibt es in der ersten Bearbeitung, anders als in der 2. Bearbeitung, eine harmonische Steigerung und rhythmische Unruhe in den Verszeilen "Und bekümmert sieht der Schiffer / Glatte Fläche rings umher."
Schubert schreibt "Alla breve" vor, die Tempobezeichnung ist jedoch "sehr langsam, ängstlich (sehr leise)". Das vorgeschriebene pp unterstreicht die Wirkung der fürchterlichen "Todesstille".

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Eine Abschrift des Manuskripts befindet sich in der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin. Die letzten 5 Takte befinden sich laut O.E.Deutsch auf der Abschrift von Cronnan D 282.
Die Erstveröffentlichung der Erstfassung besorgte Otto Erich Deutsch in der Schweizerischen Musikzeitung XCII, 1952, S. 447.


Quelle(n)

De Bohr/Newald: Geschichte der deutschen Literatur Band VI, S.508

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.142


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 01

Link zum Manuskript
schubertmanu

Originalversion des Liedes

PDF laden

Quelle imslp.org o.a.: Meeres Stille - Erste Bearbeitung.pdf