Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Samstag, 18. Juli 2009 - Erfurt



Liedtext

Im Felde schleich ich, still und wild,
Gespannt mein Feuerrohr.
Da schwebt so licht dein liebes Bild,
Dein süßes Bild mir vor.

Du wandelst jetzt wohl still und mild
Durch Feld und liebes Tal,
Und ach, mein schnell verrauschend Bild,
Stellt sich dir's nicht einmal?

Des Menschen, der die Welt durchstreift
Voll Unmut und Verdruß,
Nach Osten und nach Westen schweift,
Weil er dich lassen muß.

Mir ist es, denk' ich nur an dich,
Als in den Mond zu sehn;
Ein stiller Friede kommt auf mich,
Weiß nicht wie mir geschehn.

Hinaus in das Land und weiter,
Vielleicht gar über die See.
Vorüber, ihr Schafe, nur vorüber!
Dem Schäfer ist gar so weh.

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: 20. Juni 1815

Veröffentlichung (angezeigt): Januar 1907

Originaltonart: F-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Zum Text

Der Teutsche Merkur

Das zugrundeliegende Gedicht wurde 1775/1776 von Goethe verfasst und Anfang 1776 in Der Teutsche Merkur auf Seite 8/9 unter dem Titel Jägers Nachtlied veröffentlicht. Die Literaturzeitschrift Der Teutsche Merkur wurde 1773 bis 1789 von Christoph Martin Wieland herausgegeben. Sie erschien vierteljährlich.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Das Autograph der ersten Bearbeitung dieses Textes durch Schubert ist laut O.E.Deutsch verschollen. Eine Abschrift ist in der Wienbibliothek im Rathaus zu finden und kann online studiert werden.

Die Erstveröffentlichung besorgte Dr. Eusebius Mandyczewski in der Zeitschrift Die Musik, Serie IV, Heft 7, 1906/1907. Diese kann ebenfalls online studiert werden.

Sehr interessant sind auch die begleitenden Bemerkungen von Mandyczewski, denn er vermutet, dass Schubert diese erste Bearbeitung bereits wieder vergessen hatte, als er seine zweite Bearbeitung desselben Textes nur ein Jahr später schuf. Angesichts der Fülle der Lieder (1815 waren es mehr als 150) scheint diese Annahme plausibel.


Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.141


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 01

Bärenreiter Urtext I » 209

Originalversion des Liedes

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