Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 07. August 2013 - Berlin

Liedtext

Ein heilig Säuseln und ein Gesangeston
Durchzittre deine Wipfel, o Schattengang,
Wo bang und wild der ersten Liebe
Selige Taumel mein Herz berauschten.

Die Abendsonne bebte wie lichtes Gold
Durch Purpurblüten, bebte wie lichtes Gold
Um ihres Busens Silberschleier;
Und ich zerfloß in Entzückungsschauer.

Nach langer Trennung küsse mit Engelskuß
Ein treuer Jüngling hier das geliebte Weib,
Und schwör' in diesem Blütendunkel
Ew'ge Treue der Auserkornen.

Ein Blümchen sproße, wenn wir gestorben  sind,
Aus jedem Rasen, welchen ihr Fuß berührt,
Und trag' auf jedem seiner Blätter
Meines verherrlichten Mädchens Namen.

Ein heilig Säuseln, und ein Gesangeston
Durchzittre deine Wipfel, o Schattengang,
Wo bang' und wild der ersten Liebe
Selige Taumel mein Herz berauschten.

Die Abendsonne bebte wie lichtes Gold
Durch Purpurblüten, bebte wie lichtes Gold
Um ihres Busens Silberschleier;
Und ich zerfloß in Entzückungsschauer.

Nach langer Trennung küsse mit Engelkuß
Ein treuer Jüngling hier das geliebte Weib,
Und schwör' in diesem Blütendunkel
Ewige Treue der Auserkornen.

Ein Blümchen sprosse, wann wir gestorben sind,
Aus jedem Rasen, welchen ihr Fuß berührt,
Und trag' auf jedem seiner Blätter
Meines verherlichten Mädchens Namen.

Ein heilig Säuseln, und ein Gesangeston
Durchzitt're deine Wipfel, o Schattengang,
Wo bang und wild der ersten Liebe
Selige Taumel mein Herz berauschten.

Die Abendsonne bebte wie lichtes Gold
Durch Purpurblühten, bebte wie lichtes Gold
Um ihres Busens Silberschleier;
Und ich zerfloss in Entzückungsschauer.

Nach langer [Trennung küsse mit Engelskuß
Ein treuer Jüngling hier das geliebte Weib,
Und schwör' in diesem Blüthendunkel
Ew'ge Treue der Auserkornen.

Ein Blümchen sprosse, wenn wir gestorben sind,
Aus jedem Rasen, welchen ihr Fuß berührt,
Und trag' auf jedem seiner Blätter
Meines verherrlichten Mädchens Namen.]

nach dem Erstdruck [nach dem Manuskript]

Zum Text

Ludwig Christoph Heinrich Hölty muss ein ungeheuer wissbegieriger Mensch gewesen sein. Schon als kleiner Junge las er alles, was er in die Hände bekam. Man sagt, er sei ein sehr hübscher Junge gewesen. Jedoch wurde er von Blattern entstellt genau in der Woche, in der auch seine Mutter an Schwindsucht starb. Er selbst durfte kaum 28 Jahre alt werden, als auch ihn die Schwindsucht hinweg raffte. 2.1

Das vorliegende Gedicht schrieb Hölty 1775. Unter dem Titel An die Apfelbäume, wo ich Julien erblickte erschien es zuerst in Gedichte von Ludewig Heinrich Christoph Hölty. Besorgt durch seine Freunde Friederich Leopold Grafen zu Stolberg und Johann Heinrich Voß. Hamburg, bei Carl Ernst Bohn. 1783, S. 178f.

Weitere Veröffentlichungen:
Hölty, Ludwig Christoph Heinrich, and Bauer, Bernhard Philipp VerlegerIn. Ludw. Heinr. Ch. Hölty's Gedichte. Neueste Auflage ed. Wien: Bey B. Ph. Bauer, 1816, S. 85.

Textbild
Ludwig Christoph Heinrich Hölty.
In: Gedichte, Wien: F. A. Schrämbl, 1790

Zur Musik

komponiert: 22. Mai 1815

Veröffentlichung (angezeigt): 1850

Originaltonart: A-Dur

Besonderheiten:

Schubert hat in seinen beiden produktivsten Jahren 1815 und 1816, zählt man alle laut Deutsch-Verzeichnis vorliegenden Lieder, Fassungen, Bearbeitungen und Entwürfe zusammen, insgesamt 40 mal Texte von Hölty vertont.
Unter diesen Vertonungen findet sich unter anderem eines der bekanntesten Schubertlieder - die Seligkeit D433.

Alle bisher eingespielten Hölty-Vertonungen auf dieser Webseite.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Im "Verzeichniss der von dem Damenverein in München gesammelten Autographen und Photographien, welche zum Besten der Wittwen und Waisen der im Krieg gegen Frankreich Gefallenen verloost werden sollen" aus dem Jahr 1872 findet man einen Hinweis auf das Autograph des Liedes. Auf Seite 10 dieses Verzeichnisses heißt es unter der Nummer 188:

Franz Schubert. Lied für eine Singstimme mit Klavier "An Die Nachtigall" von Hölty; auf der Rückseite "An die Apfelbäume, wo ich Julien erblickte" von Hölty. Den 22.May 1815 Frz. Schubert m.pr." Auch der Text von der Hand des Meisters geschrieben. 4.1

Die Erstveröffentlichung besorgte A. Diabelli & Co. als Nachlass-Lieferung 50, VN 9000, Wien 4.2

An die Apfelbäume wo ich Julien erblickte D 197
Der Leidende D 432 Gedichte von Hölty
Augenlied D 297 Gedicht von Schubart (sic!)

In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte von Franz Schubert.

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 02, Nr. 73

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 08

Friedländer Bd. VI » 76

Bärenreiter Urtext VII » 17

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

2.1 Voss, Johann Heinrich: Gedichte von L.H.C.Hölty, Verlag Carl Ernst Bohn, Hamburg, 1804

4.1 Verzeichniss der von dem Damenverein in München gesammelten Autographen und Photographien, welche zum Besten der Wittwen und Waisen der im Krieg gegen Frankreich Gefallenen verloost werden sollen. München, 1872, Verlag Ackermann 

4.2 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, A. Diabelli & Co. Wien, Erstdruck Nachlass 50, Sig. SH.Schubert.586

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.134

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: An die Apfelbäume, wo ich Julien erblickte.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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