Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 19. August 2009 - Erfurt

Liedtext

Geuß, lieber Mond, geuß deine Silberflimmer
Durch dieses Buchengrün,
Wo Fantasien und Traumgestalten immer
Vor mir vorüberfliehn!

Enthülle dich, daß ich die Stätte finde,
Wo oft mein Mädchen saß,
Und oft, im Wehn des Buchbaums und der Linde,
Der goldnen Stadt vergaß!

Enthülle dich, daß ich des Strauchs mich freue,
Der Kühlung ihr gerauscht,
Und einen Kranz auf jeden Anger streue,
Wo sie den Bach belauscht!

Dann, lieber Mond, dann nimm den Schleier wieder,
Und traur' um deinen Freund,
Und weine durch den Wolkenflor hernieder,
Wie dein Verlaßner weint!

Geuß, lieber Mond, geuß deine Silberflimmer
Durch dieses Buchengrün,
Wo Fantasein und Traumgestalten immer
Vor mir vorüberfliehn!

Enthülle dich, daß ich die Stätte finde,
Wo oft mein Mädchen saß,
Und oft, im Wehn des Buchbaums und der Linde,
Der goldnen Stadt vergaß!

Enthülle dich, daß ich des Strauchs mich freue,
Der Kühlung ihr gerauscht,
Und einen Kranz auf jeden Anger streue,
Wo sie den Bach belauscht!

Dann, lieber Mond, dann nimm den Schleier wieder,
Und traur' um deinen Freund,
Und weine durch den Wolkenflor hernieder,
Wie dein Verlaßner weint!

Geuß, lieber Mond, geuß deine Silberflimmer
Durch dieses Buchengrün,
Wo Fantasien und Traumgestalten immer
Vor mir vorüberfliehn!

Enthülle dich, daß ich die Stätte finde,
Wo oft mein Mädchen saß,
Und oft, im Wehn des Buchbaums und der Linde,
Der goldnen Stadt vergaß!

Enthülle dich, daß ich des Strauchs mich freue,
Der Kühlung ihr gerauscht,
Und einen Kranz auf jeden Anger streue,
Wo sie den Bach belauscht!

Dann, lieber Mond, dann nimm den Schleier wieder,
Und traur' um deinen Freund,
Und weine durch den Wolkenflor hernieder,
Wie dein Verlaßner weint!

Schreibweise Manuskript

Zum Text

Ludwig Christoph Heinrich Hölty muss ein ungeheuer wissbegieriger Mensch gewesen sein. Schon als kleiner Junge las er alles, was er in die Hände bekam. Man sagt, er sei ein sehr hübscher Junge gewesen. Jedoch wurde er von Blattern entstellt genau in der Woche, in der auch seine Mutter an Schwindsucht starb. Er selbst durfte kaum 28 Jahre alt werden, als auch ihn die Schwindsucht hinweg raffte. 2.1

Das vorliegende Gedicht schrieb Hölty 1774. Unter dem Titel An den Mond erschien es zuerst in Poetische Blumenlese auf das Jahr 1775, herausgegeben von Johann Christian Dieterich in Göttingen. S.107

Digitalisat des Erstdrucks auf Hathitrust.org

Weitere Veröffentlichungen:
Gedichte von Ludewig Heinrich Christoph Hölty. Besorgt durch seine Freunde Friederich Leopold Grafen zu Stolberg und Johann Heinrich Voß. Hamburg, bei Carl Ernst Bohn. 1783, S. 79.

Hölty, Ludwig Christoph Heinrich, and Bauer, Bernhard Philipp VerlegerIn. Ludw. Heinr. Ch. Hölty's Gedichte. Neueste Auflage ed. Wien: Bey B. Ph. Bauer, 1816.

Textbild
Musenalmanach. Poetische Blumenlese auf das Jahr 1775
Reproduktion Public Domain Deutsche Fotothek

Zur Musik

komponiert: 17. Mai 1815

Veröffentlichung (angezeigt): 06. April 1826

Originaltonart: f-Moll

Liedform: A-B-A'

Besonderheiten:

Schubert hat in seinen beiden produktivsten Jahren 1815 und 1816, zählt man alle laut Deutsch-Verzeichnis vorliegenden Lieder, Fassungen, Bearbeitungen und Entwürfe zusammen, insgesamt 40 mal Texte von Hölty vertont.
Unter diesen Vertonungen findet sich unter anderem eines der bekanntesten Schubertlieder - die Seligkeit D433.

Alle bisher eingespielten Hölty-Vertonungen auf dieser Webseite.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Das Manuskript befindet sich in der Wienbibliothek im Rathaus. Es beginnt ohne Vorspiel.

Digitalisat online

Die Erstveröffentlichung besorgte Thaddäus Weigl, VN 2494-2496 als op. 57 4.1

Der Schmetterling D633 und
Die Berge D 634 von Friedrich Schlegel
An den Mond D 193 von Friedrich von (sic!) Hölty

in Musik gesetzt für eine Singstimme mit Pianoforte-Begleitung von Franz Schubert.

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 6. April 1826: 4.2

Wiener Zeitung 1826 04 06

Im T. Weigl'schen Kunst- und Musikverlage
am Graben 1144 (neben dem König von England)
sind ganz neu erschienen:
Hektors Abschied. Emma.
Des Mädchens Klage.
Gedichte von Fr. v. Schiller in Musik gesetzt für eine Singstimme mit Pianoforte-Begleitung von Franz Schubert. 56tes Werk Preis 2 fl. W.W.
Ferner:
Schubert, Fr., der Schmetterling und die Berge, von Fr. v. Schlegel. An den Mond; von Fr. v. Hölty. In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Pianoforte-Begleitung 57tes Werk. Preis 1 fl. 30 kr. W.W.
Beym Erscheinen dieser neuesten Werke des geschätzen Tonsetzers ist zu bemerken, daß derselbe sein Augenmerk vorzüglich dahin gerichtet, jede Schwierigkeit in der Pianoforte-Begleitung entfernt zu halten.

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 02, Nr. 69

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 03

Friedländer Bd. II » 116

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

2.1 Voss, Johann Heinrich: Gedichte von L.H.C.Hölty, Verlag Carl Ernst Bohn, Hamburg, 1804

4.1 Österreichischen Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Erstdruck op. 57, Sig. SH.Schubert.232

4.2 Österreichischen Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, ANNO, Wiener Zeitung Jhg. 1826, Ausgabe vom 06. April

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.132

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: An den Mond.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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