Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 14. Januar 2009 - Erfurt



Liedtext

[Wann]1 über Berge sich der Nebel breitet,
Und Luna mit Gewölken kämpft,
So nimmt der Alte seine [Harf']2, und schreitet,
Und singt waldeinwärts und gedämpft:
      "Du heil'ge Nacht!
      Bald ist's vollbracht.
      Bald schlaf ich ihn
      Den langen Schlummer,
      Der mich erlöst
      Von [jedem]3 Kummer."
   Die grünen Bäume rauschen dann,
   Schlaf süß du guter alter Mann;
   Die Gräser lispeln wankend fort,
   Wir decken seinen Ruheort;
   Und mancher [traute]4 Vogel ruft,
   O [laßt]5 ihn ruh'n in Rasengruft! -

Der Alte horcht, der Alte schweigt -
Der Tod hat sich zu ihm geneigt.

1 Schubert: "Wenn"
2 Schubert: "Harfe"
3 Schubert: "allem"
4 Schubert: "liebe"
5 Schubert (Alte Gesamtausgabe): "laß"

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: Oktober 1819

Veröffentlichung (angezeigt): 11. Februar 1825

Originaltonart: c-Moll

Liedform: durchkomponiert

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Johann Mayrhofer

Johann Mayrhofer veröffentlichte seine Gedichte 1824 bei der eher kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien. Diese Veröffentlichung ist als Digitalisat in der Österreichischen Nationalbibliothek online studierbar. Das Gedicht findet sich auf den Seiten 12. 6

Zur Musik

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 7

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Franz Schubert war fast 23 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung der hier aufgenommenen zweiten Fassung besorgte Cappi und Diabelli, VN 60 als op. 36 in Wien 8

Die zürnende Diana D 707
Nachtstück D 672 gedichtet von Joh: Mayrhofer

in Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte und der Frau Katharina von Lacsny gebornen Buchwieser gewidmet von Franz Schubert.

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 11. Februar 1825: 9

Bey Cappi und Compagnie,
privil. Kunst und Musikalienhändlern, Am Graben Nr. 1122,
sind neu erschienen und zu haben:
Die zürnende Diana und Nachtstück.
Gedichtet von G. Mayrhofer (sic!)
in Musik gesetzt für eine Singstimme, mit Begleitung des Pianoforte
von Franz Schubert
36tes Werk. 2 fl. 30 kr. Wien Währung

Die Vortrefflichkeit von Schubert's Liedern ist bereits so allgemein anerkannt, daß selbe kaum einer Anempfehlung mehr bedürfen. Die Verlagshandlung hat aus den zahlreichen Tondichtungen dieses genialen Componisten die vorliegenden zwey Lieder ausgewählt, welche durch den classischen Vortrag des pens. k.k. Hof-Opernsängers Hrn. Vogl, dieses Koryphäen Deutscher Gesanges-Kunst, schon in mehreren der gewähltesten Privat-Zirkel volle Anerkennung und verdiente Auszeichnung erlangt haben. Die Verlagshandlung schmeichelt sich daher, allen Freunden vaterländischer Kunst eine willkommene Gabe darzubringen.


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 06 , Nr. 368

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 02

Friedländer Bd. II » 52

Bärenreiter Urtext II » 24

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Nachtstück - Zweite Fassung.pdf