Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Samstag, 18. Juli 2009 - Erfurt



Liedtext

Da droben auf jenem Berge,
Da steh ich tausendmal,
An meinem Stabe hingebogen
Und schaue hinab in das Tal.

Dann folg ich der weidenden Herde,
Mein Hündchen bewahret mir sie.
Ich bin herunter gekommen
Und weiß doch selber nicht wie.

Da stehet von schönen Blumen
Die ganze Wiese so voll.
Ich breche sie, ohne zu wissen,
Wem ich sie geben soll.

Und Regen, Sturm und Gewitter
Verpass ich unter dem Baum.
Die Türe dort bleibet verschlossen;
Doch alles ist leider ein Traum.

Es stehet ein Regenbogen
Wohl über jenem Haus!
Sie aber ist fortgezogen,
Und weit in das Land hinaus.

Hinaus in das Land und weiter,
Vielleicht gar über die See.
Vorüber, ihr Schafe, nur vorüber!
Dem Schäfer ist gar so weh.

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: Februar 1819

Veröffentlichung (angezeigt): 1894

Originaltonart: e

Liedform: A-B-A'

Besonderheiten:

Zum Text

Taschenbuch 1804

Goethe veröffentlichte sein Gedicht gemeinsam mit Wieland im Taschenbuch auf das Jahr 1804 bei der Cotta’schen Buchhandlung Tübingen. Ein Digitalisat dieses Buches findet sich in der Österreichischen Nationabibliothek und kann online studiert werden. Das Gedicht steht auf Seite 113.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

In seinem Katalog ist die zweite Fassung diejenige, die 1894 in der Alten Gesamtausgabe erstmals ohne Opus veröffentlicht wurde. In dieser alten Gesamtausgabe ist es jedoch genau umgekehrt, dort trägt die zweite Bearbeitung die Bezeichnung op.3 Nr.1. In jedem Fall handelt es sich um die Version mit Vorspiel, die 1894 erstmals veröffentlicht wurde. Wir haben das in e-moll notierte Lied um eine große Terz nach unten transponiert.
Eine Reinschrift des Autographs befindet sich in der Wiener Stadtbibliothek und ist online abrufbar.

August Reissmann schreibt in seinem Buch
Franz Schubert: Sein Leben und seine Werke

Nach der im Spätherbst 1818 erfolgten Rückkehr nach Wien fand sich Schubert wieder in seine alten Verhältnisse versetzt. Mehr als je war er jetzt bemüht, mit seinen Werken in die Oeffentlichkeit zu treten, und er wurde hierbei von den Freunden thatkräftig unterstützt. Aus dem, im vorigen Kapitel mitgetheilten Briefe an die Freunde, vom 3. August, ersehen wir, dass er Scho- ber bittet: Vogl zu veranlassen, bei dem Kunze'schen Concert im November eins seiner Lieder zu singen. Der Wunsch ist ihm nicht erfüllt worden. Erst im folgenden Jahre sang Franz Jäger — Tenorist von der Oper „Schäfers Klagelied" in dem, im Gasthof „Zum römischen Kaiser" von dem Violin spieler Jäll veranstalteten, am 28. Februar 1819 stattfindenden Concert, mit entschiedenem Erfolg, so dass er es in einem Concert am 12. April wiederholte.


Quelle(n)

August Reissmann, Franz Schubert: Sein Leben und seine Werke, Berlin, Verlag von J. Guttentag (D. Collin). 1873. S.103

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.86


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Originalversion des Liedes

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