Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Dienstag, 16. Dezember 2008 - Berlin



Liedtext

Da droben auf jenem Berge,
Da steh ich tausendmal,
An meinem Stabe hingebogen
Und schaue hinab in das Tal.

Dann folg ich der weidenden Herde,
Mein Hündchen bewahret mir sie.
Ich bin herunter gekommen
Und weiß doch selber nicht wie.

Da stehet von schönen Blumen
Die ganze Wiese so voll.
Ich breche sie, ohne zu wissen,
Wem ich sie geben soll.

Und Regen, Sturm und Gewitter
Verpass ich unter dem Baum.
Die Türe dort bleibet verschlossen;
Doch alles ist leider ein Traum.

Es stehet ein Regenbogen
Wohl über jenem Haus!
Sie aber ist fortgezogen,
Und weit in das Land hinaus.

Hinaus in das Land und weiter,
Vielleicht gar über die See.
Vorüber, ihr Schafe, nur vorüber!
Dem Schäfer ist gar so weh.

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: 30. November 1814

Veröffentlichung (angezeigt): 29. Mai 1821

Originaltonart: c

Liedform: A-B-A'

Besonderheiten:

Zum Text

Taschenbuch 1804

Johann Wolfgang von Goethe veröffentlichte sein Gedicht gemeinsam mit Christoph Martin Wieland im Taschenbuch auf das Jahr 1804 bei der Cotta’schen Buchhandlung Tübingen. Ein Digitalisat dieses Buches findet sich in der Österreichischen Nationabibliothek und kann online studiert werden. Das Gedicht steht auf Seite 113.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

In seinem Katalog ist die erste Fassung op.3 Nr.1. In der alten Gesamtausgabe ist es genau umgekehrt, dort trägt op.3 Nr.1 den Titel zweite Bearbeitung. In jedem Fall handelt es sich um die Version ohne Vorspiel, die 1821 zur Veröffentlichung gelangt ist.
Eine Reinschrift des Autographs befindet sich in der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin und ist dort online abrufbar.
Die Erstveröffentlichung besorgte in Kommission Cappi und Diabelli, VN 768, Wien gemeinsam mit Schäfers Klagelied D.121, Heidenröslein D.257, Meeres Stille D.216 von Goethe. Für eine Singstimme mit Begleitung des Piano=Forte in Musik gesetzt, und dem Wohl-gebohrnen Herrn Herrn Ignaz Edlen von Mosel hochachtungsvoll gewidmet von Franz Schubert. 3tes Werk.
Diese Veröffentlichung kann online eingesehen werden.

Deckblatt opus 3

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 29. Mai 1821

Wiener Zeitung 1821 05 29

"Bey Cappi und Diabelli,
Kunst- und Musikhändler, Am Graben 1133
ist neu erschienen und zu haben:
Der Wanderer
von
Schmidt v. Lübeck.
Morgenlied von Werner, und Wanderers Nachtlied von Goethe.
Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt von Franz Schubert.
4tes Werk. Preis 1fl.30fr. W.W.
Schäfers Klagelied, Heidenröslein, Jägers Abendlied und Meeresstille, von Goethe.
Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt von Franz Schubert. 3tes Werk. Pr. 1fl. 30fr.
Durch die so häufige Nachfrage findet sich die Verlagshandlung veranlaßt, den Freunden des deutschen Liedes auch diese zwey Hefte vorzulegen. Schon die Wahl der Gedichte beweist das poetische Gemüth des Tonsetzers; aber die Art, mit welcher er dichterische Meisterwerke auffaßt und musikalisch wiedergibt, verbürgt das ausgezeichnete Genie des jungen Künstlers."


Quelle(n)

Wiener Zeitung vom 29.05.1821

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.86


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Link zum Manuskript
schubertmanu

Originalversion des Liedes

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