Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

download

Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Samstag, 19. Juli 2008 - Berlin



Liedtext

Wie kommt's, daß du so traurig bist,
Da alles froh erscheint?
Man sieht dir's an den Augen an,
Gewiß du hast geweint.

"Und hab' ich einsam auch geweint,
So ist's mein [eigner]1 Schmerz,
Und Thränen fließen gar so süß,
Erleichtern mir das Herz."

Die frohen Freunde laden dich,
O komm an unsre Brust!
Und was du auch verloren hast,
[Vertraue]2 den Verlust.

"Ihr lärmt und rauscht und ahnet nicht,
Was mich den Armen quält.
Ach nein, verloren hab' ich's nicht,
So sehr es mir auch fehlt."

So raffe dich denn eilig auf,
Du bist ein junges Blut.
In deinen Jahren hat man Kraft
Und zum Erwerben Muth.

"Ach nein, erwerben kann ich's nicht,
Es steht mir gar zu fern.
Es weilt so hoch, es blinkt so schön,
Wie droben jener Stern."

Die Sterne, die begehrt man nicht,
Man freut sich ihrer Pracht,
Und mit Entzücken blickt man auf
In jeder heitern Nacht.

"Und mit Entzücken blick' ich auf,
So manchen lieben Tag;
Verweinen laßt die Nächte mich,
So lang' ich weinen mag."

1 Schubert (im Autograph): "eigen"
2 Schubert (Friedlaender Edition): "vertraure"

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: 30. November 1814

Veröffentlichung (angezeigt): 09. Oktober 1835

Originaltonart: D

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Zum Text

Taschenbuch 1804

Johann Wolfgang von Goethe veröffentlichte sein Gedicht gemeinsam mit Christoph Martin Wieland im Taschenbuch auf das Jahr 1804 bei der Cotta’schen Buchhandlung Tübingen. Ein Digitalisat dieses Buches findet sich in der Österreichischen Nationabibliothek und kann online studiert werden. Das Gedicht steht auf Seite 115-116. In dieser Version trägt das Gedicht keine Anführungszeichen. In der 1827 erschienenen Ausgabe von Goethe's Werken: Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1827, Seite 96-97 ist der Text mit Anführungszeichen gesetzt.

Zur Musik

Schubert war 17 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.
 

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Ein Autograph dieses Liedes kann hier online studiert werden.

Die Erstveröffentlichung besorgte A. Diabelli & Co. als Nachlass-Lieferung 25:
Fülle der Liebe D 854
Im Frühling D 882
Trost in Tränen D 120

Aus der Wiener Zeitung vom 9. Oktober 1835:


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Erstdruck

PDF laden

Originalversion des Liedes

PDF laden

Quelle imslp.org o.a.: Trost in Tränen.pdf