Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

download

Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Dienstag, 21. Juli 2009 - Erfurt

Liedtext

Grabe, Spaten, grabe!
Alles, was ich habe,
Dank' ich Spaten, dir!
Reich' und arme Leute
Werden meine Beute,
Kommen einst zu mir!

Weiland groß und edel,
Nickte dieser Schädel
Keinem Gruße Dank!
Dieses Beingerippe
Ohne Wang' und Lippe
Hatte Gold und Rang.

Jener Kopf mit Haaren
War vor wenig Jahren
Schön wie Engel sind.
Tausend junge Fäntchen
Leckten ihm das Händchen,
Gafften sich halb blind!

Grabe, Spaten, grabe!
Alles, was ich habe,
Dank' ich Spaten, dir!
Reich' und arme Leute
Werden meine Beute,
Kommen einst zu mir!

Grabe, Spaden, grabe!
Alles, was ich habe,
  Dank' ich, Spaden, dir!
Reich' und arme Leute
Werden meine Beute,
  Kommen einst zu mir!

Weiland groß und edel,
Nickte dieser Schädel
  Keinem Grusse Dank!
Dieses Beingerippe
Ohne Wang' und Lippe
  Hatte Gold und Rang.

Jener Kopf mit Haaren
War vor wenig Jahren
  Schön, wie Engel sind!
Tausend junge Fentchen
Leckten ihm das Händchen,
  Gafften sich halb blind!

Grabe, Spaden, grabe!
Alles, was ich habe,
  Dank' ich, Spaden, dir!
Reich' und arme Leute
Werden meine Beute,
  Kommen einst zu mir!

Grabe, Spaten, grabe!
Alles, was ich habe,
  Dank' ich, Spaten, dir!
Reich' und arme Leute
Werden meine Beute,
  Kommen einst zu mir.

Weiland groß und edel,
Nickte dieser Schädel
  Keinem Grusse Dank!
Dieses Beingerippe
Ohne Wang' und Lippe
  Hatte Gold und Rang.

Jener Kopf mit Haaren
War vor wenig Jahren
  Schön, wie Engel sind.
Tausend junge Fäntchen
Leckten ihm das Händchen,
  Gafften sich halb blind.

Grabe, Spaten, grabe!
Alles, was ich habe,
  Dank' ich, Spaten, dir!
Reich' und arme Leute
Werden meine Beute,
  Kommen einst zu mir.

Zum Text

Ludwig Christoph Heinrich Hölty muss ein ungeheuer wissbegieriger Mensch gewesen sein. Schon als kleiner Junge las er alles, was er in die Hände bekam. Man sagt, er sei ein sehr hübscher Junge gewesen. Jedoch wurde er von Blattern entstellt genau in der Woche, in der auch seine Mutter an Schwindsucht starb. Er selbst durfte kaum 28 Jahre alt werden, als auch ihn die Schwindsucht hinweg raffte. 2.1

Das vorliegende Gedicht schrieb Hölty 1775. Unter dem Titel Todtengräberlied erschien sie 1777 im Hamburger Musenalmanach (poetische Blumenlese) herausgegeben von Johann Heinrich Voss auf S. 60f.

Digitalisat des Erstdrucks Österreichische Nationalbibliothek

Weitere Veröffentlichungen:
Gedichte von Ludewig Heinrich Christoph Hölty. Besorgt durch seine Freunde Friederich Leopold Grafen zu Stolberg und Johann Heinrich Voß. Hamburg, bei Carl Ernst Bohn. 1783, S. 44

Hölty, Ludwig Christoph Heinrich, and Bauer, Bernhard Philipp Verleger. Ludw. Heinr. Ch. Hölty's Gedichte. Neueste Auflage ed. Wien: Bey B. Ph. Bauer, 1816 S.150

 

Textbild
Ludwig Christoph Heinrich Hölty.
In: Gedichte, Wien: F. A. Schrämbl, 1790

Zur Musik

komponiert: 19. Januar 1813

Veröffentlichung (angezeigt): 1894

Originaltonart: G-Dur

Liedform: A-B-A

Besonderheiten:

Schubert hat in seinen beiden produktivsten Jahren 1815 und 1816, zählt man alle laut Deutsch-Verzeichnis vorliegenden Lieder, Fassungen, Bearbeitungen und Entwürfe zusammen, insgesamt 40 mal Texte von Hölty vertont.
Unter diesen Vertonungen findet sich unter anderem eines der bekanntesten Schubertlieder - die Seligkeit D433.

Alle bisher eingespielten Hölty-Vertonungen auf dieser Webseite.

Schubert war 16 Jahre alt, als er dieses Lied verfasste. Er schrieb au0erdem ein Trio mit gleichem Titel/Text für 2 Tenöre und Bass: Totengräberlied D38

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Veröffentlichung besorgte Eusebius Mandyczewski im Rahmen der Alten Gesamtausgabe 1894 Serie XX, Bd. 1 Nr. 7.

Alte Gesamtausgabe.gif" width="100%" />

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 01, Nr. 7

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 06

Bärenreiter Urtext V » 52

Erstdruck

PDF laden

Quelle(n)

2.1 Voss, Johann Heinrich: Gedichte von L.H.C.Hölty, Verlag Carl Ernst Bohn, Hamburg, 1804

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.36

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Totengräberlied.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

Auf unserer Webseite haben Sie die Möglichkeit, uns Künstler direkt zu fördern. Ähnlich wie die Freunde zu Schuberts Zeiten.
Ihre finanzielle Unterstützung kommt zu 100% bei uns Künstlern an und unserem Schubertlied-Projekt zugute.
Wir würden uns freuen, wenn Sie uns helfen!

Diese Webseite verwendet keine Cookies, die Ihrer Zustimmung bedürfen, sondern nur ein Session-Cookies, um den Inhalt anzuzeigen.
Die Homepage basiert auf dem ContentManagementSystem Joomla