Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Johann Graf von Majláth (1786-1855)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Holger Berndsen - Piano
Aufnahme: Samstag, 07. März 2015 - Würzburg

Liedtext

Wie tönt es mir so schaurig
Des Lenzes erstes Weh'n,
Wie dünkt es mir so traurig,
Daß Blumen auferstehn.

In ihrer Mutter Armen
Da ruhten sie so still
Nun müssen, ach, die Armen
Hevor ans Weltgewühl.

Die zarten Kinder heben
Die Häupter scheu empor:
Wer rufet uns ins Leben
Aus stiller Nacht hervor?

Der Lenz mit Zauberworten,
Mit Hauchen süßer Lust,
Lockt aus den dunkeln Pforten
Sie von der Mutter Brust.

In bräutlich heller Feier
Erscheint der Blumen Pracht,
Doch fern ist schon der Freier,
Wild glüht der Sonne Macht.

Nun künden ihre Düfte,
Daß sie voll Sehnsucht sind;
Was labend würzt die Lüfte,
Es ist der Schmerzen Kind.

Die Kelche sinken nieder,
Sie schauen erdenwärts:
O Mutter, nimm uns wieder,
Das Leben gibt nur Schmerz.

Die welken Blätter fallen,
mild deckt der Schnee sie zu;
ach Gott, so geht's mit allem,
im Grabe nur ist Ruh.

Wie ist es mir so schaurig
Des Lenzes erstes Weh'n,
Wie dünkt es mir so traurig,
Daß Blumen auferstehn.

In ihrer Mutter Armen
Da ruhten sie so still
Nun müssen, seh, die Armen
Herauf in's Weltgewühl.

Die zarten Kinder heben
Die Häupter scheu empor:
Wer rufet uns ins Leben
Aus stiller Nacht hervor?

Der Lenz mit Zauberworten,
Mit Hauchen süßer Lust,
Lockt aus den dunkeln Pforten
Sie von der Mutter Brust.

In bräutlich heller Feier
Erscheint der Blumen Pracht,
Doch fern ist schon der Freier,
Wild glüht der Sonne Macht.

Nun künden ihre Düfte,
Daß sie voll Sehnsucht sind;
Was labend würzt die Lüfte,
Es ist der Schmerzen Kind.

Die Kelche sinken nieder,
Sie schauen erdenwärts:
O Mutter, nimm uns wieder,
Das Leben gibt nur Schmerz.

Die welken Blätter fallen,
mild deckt der Schnee sie zu;
ach Gott, so geht's mit allen,
im Grabe nur ist Ruh.

Zum Text

Das von Johann (ungar. János) Mailáth verfasste Gedicht Der Blumen Schmerz erschien erstmals als Lied von Franz Schubert in der Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode am 8. Dezember 1821.

Digitalisat online

Textbild
Encyclopædia Britannica Lithografie J. Ruprecht

Zur Musik

komponiert: September 1821

Veröffentlichung (angezeigt): 06. Dezember 1821

Originaltonart: e-Moll

Liedform: durchkomponiert

Besonderheiten:

Das Lied Der Blumen Schmerz ist die einzige Vertonung eines Gedichts von Johann Mailáth, die Schubert geschrieben hat.

Da die Gedichte von Mailáth erst 1825 im Druck erschienen, ist es wahrscheinlich, dass Schubert das Gedicht als Manuskript oder Abschrift erhielt.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Das Manuskript ist im Album des "Wiener Musikkenners und -sammlers" Aloys Fuchs enthalten. Es stand am 9. November 2020 im Internet auf zvab.com zum Verkauf für 1,8 Millionen €.

Screenshot aus zvab.com, abgerufen am 9. November um 20:45 Uhr:

Dort im Begleittext vermerkt: 

Franz SCHUBERT (1797-1828): S. 3-10 (angerändert). Der Blumen Schmerz" (op. 173 Nr. 4). Lied für Singst[imme]" und P[iano] F[ orte]" zu dem Text Wie tönt es mir so schaurig des Lenzes erstes Wehn [ ]" Am Kopf datiert und signiert 1821 Sept. Frz Schubert". 8 Seiten quer-8vo auf zwölfzeiligem Notenpapier. Deutsch Nr. 731 (kennt nur dieses Autograph).

Wie bereits oben geschrieben, erschien das Lied erstmals als Beilage zur Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode 1821. 4.1

Eine weitere Ausgabe besorgte 1867 Carl Anton Spina in Wien k.k. Hof- u. pr. Kunst- u. Musikalienhandlung, VN 19, 174-79

Sechs Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte. von Franz Schubert : Nachlass: Op. 173. Complet in einem Hefte

N° 1. Amalie, Gedicht von Schiller D 195 
N° 2. Das Geheimniss, Gedicht von Schiller D 793.
N° 3. Vergebliche Liebe, Gedicht von Bernard D 177
N° 4. Der Blumen Schmerz, Gedicht von Bernard D 731
N° 5. Die Blumensprache. D 519
N° 6. Das Abendroth (für Bass) D 627

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 06, Nr. 399

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 05

Friedländer Bd. VI » 116

Bärenreiter Urtext IV » 50

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

4.1 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, ANNO, Digitalisierte Zeitungen und Zeitschriften, Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode Jhg. 1821, Ausgabe vom 06. Dezember, Anhang

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.430

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Der Blumen Schmerz.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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