Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Friedrich von Schiller (1759-1805)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Sonntag, 19. Juli 2009 - Erfurt

Liedtext

In einem Tal bei armen Hirten
     Erschien mit jedem jungen Jahr,
Sobald die ersten Lerchen schwirrten,
     Ein Mädchen schön und wunderbar.

Sie war nicht in dem Tal geboren,
     Man wußte nicht, woher sie kam,
Doch schnell war ihre Spur verloren,
     Sobald das Mädchen Abschied nahm.

Beseligend war ihre Nähe
     Und alle Herzen wurden weit,
Doch eine Würde, eine Höhe
     Entfernte die Vertraulichkeit.

Sie brachte Blumen mit und Früchte,
     Gereift auf einer andern Flur,
In einem andern Sonnenlichte,
     In einer glücklichern Natur;

Und teilte jedem eine Gabe,
     Dem Früchte, jenem Blumen aus,
Der Jüngling und der Greis am Stabe,
     Ein jeder ging beschenkt nach Haus.

Willkommen waren alle Gäste,
     Doch nahte sich ein liebend Paar,
Dem reichte sie der Gaben beste,
     Der Blumen allerschönste dar.

In einem Thal bey armen Hirten
     Erschien mit jedem jungen Jahr,
Sobald die ersten Lerchen schwirrten,
     Ein Mädchen, schön und wunderbar.

Sie war nicht in dem Thal gebohren,
     Man wußte nicht, woher sie kam,
Und schnell war ihre Spur verloren,
     Sobald das Mädchen Abschied nahm.

Beseligend war ihre Nähe
     Und alle Herzen wurden weit,
Doch eine Würde, eine Höhe
     Entfernte die Vertraulichkeit.

Sie brachte Blumen mit und Früchte,
     Gereift auf einer andern Flur,
In einem andern Sonnenlichte,
     In einer glücklichern Natur.

Und theilte jedem eine Gabe,
     Dem Früchte, jenem Blumen aus,
Der Jüngling und der Greis am Stabe,
     Ein jeder gieng beschenkt nach Haus.

Willkommen waren alle Gäste,
     Doch nahte sich ein liebend Paar,
Dem reichte sie der Gaben beste,
     Der Blumen allerschönste dar.

In einem Thal bei armen Hirten
     Erschien mit jedem jungen Jahr,
Sobald die ersten Lerchen schwirrten,
     Ein Mädchen schön und wunderbar.

Sie war nicht in dem Thal gebohren,
     Man wußte nicht, woher sie kam,
Doch schnell war ihre Spur verloren,
     Sobald das Mädchen Abschied nahm.

Beseligend war ihre Nähe
     Und alle Herzen wurden weit,
Doch eine Würde, eine Höhe
     Entfernte die Vertraulichkeit.

Sie brachte Blumen mit und Früchte,
     Gereift auf einer andern Flur,
In einem andern Sonnenlichte,
     In einer glücklichern Natur.

Und theilte Jedem eine Gabe,
     Dem Früchte, jenem Blumen aus,
Der Jüngling und der Greis am Stabe,
     Ein Jeder ging beschenkt nach Haus.

Willkommen waren alle Gäste,
     Doch nahte sich ein liebend Paar,
Dem reichte sie der Gaben beste,
     Der Blumen allerschönste dar.

Erstdruck

Zum Text

Friedrich Schiller veröffentlichte sein 1796 verfasstes Gedicht Das Mädchen aus der Fremde im Musen-Almanach für das Jahr 1797, herausgegeben in der in der Cotta’schen Buchhandlung Tübingen, S.17f.

Digitalisat online 

Textbild
Musenalmanach 1797

Zur Musik

komponiert: 12. August 1815

Veröffentlichung (angezeigt): 1887

Originaltonart: F-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Schubert und Schiller sind sich nie begegnet, denn Schubert war erst 8 Jahre und 3 Monate alt, als Schiller starb. Dennoch haben die Texte und Gedichte Friedrich Schillers offenbar einen tiefen Eindruck auf Schubert gemacht und ihn immer wieder zu Vertonungen inspiriert.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass er 39 Texte von Schiller in Musik fasste. Dazu zählen die ersten uns bekannten Vertonungen ebenso wie einige der letzten, die Schubert schrieb.
Zählt man alle Fragmente und Entwürfe zusammen, die heute laut Deutschverzeichnis bekannt sind, so kommt man auf nicht weniger als 77 Werke, die uns vorliegen. Die meisten entstanden in der Jugend Schuberts. Allein 66 Kompositionen in der Zeit zwischen 1811 und 1817. In dieser Zeit war Schubert zwischen 14 und 20 Jahre alt.

Schiller-Vertonungen auf dieser Homepage.

 

Die vorliegende Vertonung schrieb Schubert im Alter von 18 Jahren.

weitere Vertonung Das Mädchen aus der Fremde D 117

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgten Max Friedländer im Band VII seiner bei Edition Peters Leipzig 1887 erschienenen Schubertbände.

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 03, Nr. 108

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 08

Friedländer Bd. VII » 092

Bärenreiter Urtext VII » 140

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.161

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Das Mädchen aus der Fremde.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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