Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Friedrich von Schiller (1759-1805)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

download

Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Holger Berndsen - Piano
Aufnahme: Samstag, 04. August 2018 - Nürnberg

Liedtext

In einem Tal bei armen Hirten
     Erschien mit jedem jungen Jahr,
Sobald die ersten Lerchen schwirrten,
     Ein Mädchen schön und wunderbar.

Sie war nicht in dem Tal geboren,
     Man wußte nicht, woher sie kam,
Doch schnell war ihre Spur verloren,
     Sobald das Mädchen Abschied nahm.

Beseligend war ihre Nähe
     Und alle Herzen wurden weit,
Doch eine Würde, eine Höhe
     Entfernte die Vertraulichkeit.

Sie brachte Blumen mit und Früchte,
     Gereift auf einer andern Flur,
In einem andern Sonnenlichte,
     In einer glücklichern Natur;

Und teilte jedem eine Gabe,
     Dem Früchte, jenem Blumen aus,
Der Jüngling und der Greis am Stabe,
     Ein jeder ging beschenkt nach Haus.

Willkommen waren alle Gäste,
     Doch nahte sich ein liebend Paar,
Dem reichte sie der Gaben beste,
     Der Blumen allerschönste dar.

In einem Thal bey armen Hirten
     Erschien mit jedem jungen Jahr,
Sobald die ersten Lerchen schwirrten,
     Ein Mädchen, schön und wunderbar.

Sie war nicht in dem Thal gebohren,
     Man wußte nicht, woher sie kam,
Und schnell war ihre Spur verloren,
     Sobald das Mädchen Abschied nahm.

Beseligend war ihre Nähe
     Und alle Herzen wurden weit,
Doch eine Würde, eine Höhe
     Entfernte die Vertraulichkeit.

Sie brachte Blumen mit und Früchte,
     Gereift auf einer andern Flur,
In einem andern Sonnenlichte,
     In einer glücklichern Natur.

Und theilte jedem eine Gabe,
     Dem Früchte, jenem Blumen aus,
Der Jüngling und der Greis am Stabe,
     Ein jeder gieng beschenkt nach Haus.

Willkommen waren alle Gäste,
     Doch nahte sich ein liebend Paar,
Dem reichte sie der Gaben beste,
     Der Blumen allerschönste dar.

In einem Thal bei armen Hirten
     Erschien mit jedem jungen Jahr,
Sobald die ersten Lerchen schwirrten,
     Ein Mädchen schön und wunderbar.

Sie war nicht in dem Thal gebohren,
     Man wußte nicht woher sie kam,
Doch schnell war ihre Spur verloren,
     Sobald das Mädchen Abschied nahm.

Beseligend war ihre Nähe
     Und alle Herzen wurden weit,
Doch eine Würde, eine Höhe
     Entfernte die Vertraulichkeit.

Sie brachte Blumen mit und Früchte,
     Gereift auf einer andern Flur,
In einem andern Sonnenlichte,
     In einer glücklichern Natur.

Und theilte jedem eine Gabe,
     Dem Früchte, jenem Blumen aus,
Der Jüngling und der Greis am Stabe,
     Ein jeder ging beschenkt nach Haus.

Willkommen waren alle Gäste,
     Doch nahte sich ein liebend Paar,
Dem reichte sie der Gaben beste,
     Der Blumen allerschönste dar.

Erstausgabe

 

In einem Thal beym armen Hirten
     Erschien mit jedem jungen Jahr,
Sobald die ersten Lerchen schwirrten,
     Ein Mädchen schön und wunderbar.

Sie war nicht in dem Thal gebohren,
     Man wußte nicht woher sie kam,
Doch schnell war ihre Spur verloren,
     Sobald das Mädchen (...)

Autograph-Faksimile

Zum Text

Friedrich Schiller veröffentlichte sein 1796 verfasstes Gedicht Das Mädchen aus der Fremde im Musen-Almanach für das Jahr 1797, herausgegeben in der in der Cotta’schen Buchhandlung Tübingen, S.17f.

Digitalisat online 

Textbild
Musenalmanach 1797

Zur Musik

komponiert: 16. Oktober 1814

Veröffentlichung (angezeigt): 1894

Originaltonart: A-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Schubert und Schiller sind sich nie begegnet, denn Schubert war erst 8 Jahre und 3 Monate alt, als Schiller starb. Dennoch haben die Texte und Gedichte Friedrich Schillers offenbar einen tiefen Eindruck auf Schubert gemacht und ihn immer wieder zu Vertonungen inspiriert.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass er 39 Texte von Schiller in Musik fasste. Dazu zählen die ersten uns bekannten Vertonungen ebenso wie einige der letzten, die Schubert schrieb.
Zählt man alle Fragmente und Entwürfe zusammen, die heute laut Deutschverzeichnis bekannt sind, so kommt man auf nicht weniger als 77 Werke, die uns vorliegen. Die meisten entstanden in der Jugend Schuberts. Allein 66 Kompositionen in der Zeit zwischen 1811 und 1817. In dieser Zeit war Schubert zwischen 14 und 20 Jahre alt.

Schiller-Vertonungen auf dieser Homepage.

Die vorliegende Vertonung schrieb Schubert im Alter von 17 Jahren.

weitere Vertonung Das Mädchen aus der Fremde D 252

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Faksimilie der Reinschrift des Autographs im Auktionskatalog Autographen von geschichtlichen Persönlichkeiten, Dichtern, Schriftstellern, Forschern, bildenden Künstlern und Musikern, zwei Sammlungen aus rheinischem Besitz Lengfeld'sche Buchhandlung Köln 1932 4.1

Die Veröffentlichung besorgte Dr. Eusebius Mandyczewski im Rahmen der Alten Gesamtausgabe

Alte Gesamtausgabe (AGA).gif" alt="" width="100%" />

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 01, Nr. 29

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 07

Bärenreiter Urtext VII » 138

Link zum Manuskript
schubertmanu

Originalversion des Liedes

PDF laden

Quelle(n)

4.1 Heidelberger historische Bestände - digital: Auktionskataloge, Heidelberg, Univ.-Bibl., 2011, abgerufen am 20.05.2020

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.83

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Das Mädchen aus der Fremde.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

Auf unserer Webseite haben Sie die Möglichkeit, uns Künstler direkt zu fördern. Ähnlich wie die Freunde zu Schuberts Zeiten.
Ihre finanzielle Unterstützung kommt zu 100% bei uns Künstlern an und unserem Schubertlied-Projekt zugute.
Wir würden uns freuen, wenn Sie uns helfen!

Diese Webseite verwendet keine Cookies, die Ihrer Zustimmung bedürfen, sondern nur ein Session-Cookies, um den Inhalt anzuzeigen.
Die Homepage basiert auf dem ContentManagementSystem Joomla