Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Ludwig Gotthard Kosegarten (1758-1818)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Holger Berndsen - Piano
Aufnahme: Montag, 07. September 2015 - München

Liedtext

Ich hab' ein Mädchen funden
Sanft, edel, deutsch und gut.
Ihr Blick ist mild und glänzend,
Wie Abendsonnenglut,
Ihr Haar wie Sommerweben,
Ihr Auge veilchenblau.
Dem Rosenkelch der Lippen
Entquillt Gesang wie Tau.

Ihr Bau ist hoch und herrlich.
Ihr Wuchs wie tief im Hain
Der Birke schlanke Schönheit,
Ihr Busen schwanenrein.
Im hohen Schwanenbusen
Klopft ihr ein edel Herz,
Das kennt nicht Zwang noch Launen,
Nicht freche Lust noch Schmerz.

In Dustra's grüner Wildnis,
Am klaren Rinval-Fluß
Wallt einsam und verloren
Des holden Mädchens Fuß.
Sie schwebt dahin. Ein Kränzchen
Schmückt ihr das Haar. Es schmückt
Ein Strauß den hohen Busen,
Den sie im Tau gepflückt.

Das Mädchen hab' ich funden.
Im keuschen Frühgewand
Ging sie im Duft der Frühe
An Rinvals Blumenrand.
Ein leises Lüftchen ringelt'
Ihr wellenströmend Haar,
Und durch die Erlen hallte
Ihr Liedchen süß und klar.

Ich lag in Kleegedüften
Am blaubeblümten Bach;
Ich bebt' empor und schaute
Dem edeln Mädchen nach.
Verzeuch, verzeuch, du Holde!
Dein Blick ist lieb und gut.
Auch ich bin deutsch und edel,
Ein Jüngling fromm und gut.

Sie wandte sich, sie säumte,
Sie winkte freundlich mir;
Froh ihres Blicks und Winkes,
Flog ich entzückt zu ihr.
Erhaben stand und heilig
Vor mir das hohe Weib.
Ich aber schlang vertraulich
Den Arm um ihren Leib.

Ich hab' das edle Mädchen
An meiner Hand geführt;
Ich bin mit ihr am Staden
Des Bachs hinab spaziert.
Ich hab' sie liebgewonnen.
Ich weiß, sie ist mir gut.
Drum sei mein Lied ihr eigen,
Ihr eigen Gut und Blut.

Ich hab' ein Mädchen funden
Sanft, edel, deutsch und gut.
Ihr Blick ist mild und glänzend,
Wie Abendsonnengluth,
Ihr Haar wie Sommerweben,
Ihr Auge veilchenblau.
Dem Rosenkelch der Lippen
Entquillt Gesang wie Thau.

Ihr Bau ist hoch und herrlich.
Ihr Wuchs wie tief im Hayn
Der Birke schlanke Schönheit,
Ihr Busen schwanenrein.
Im hohen Schwanenbusen
Klopft ihr ein edel Herz,
Das kennt nicht Zwang noch Launen,
Nicht freche Lust noch Schmerz.

In Dustra's grüner Wildniß,
Am klaren Rinval-Fluß
Wallt einsam und verlohren
Des holden Mädchens Fuß.
Sie schwebt dahin. Ein Kränzchen
Schmückt ihr das Haar. Es schmückt
Ein Strauß den hohen Busen,
Den sie im Thau gepflückt.

Das Mädchen hab' ich funden.
Im keuschen Frühgewand
Ging sie im Duft der Frühe
An Rinvals Blumenrand.
Ein leises Lüftchen ringelt'
Ihr wellenströmend Haar,
Und durch die Erlen hallte
Ihr Liedchen süß und klar.

Ich lag in Kleegedüften
Am blaubeblümten Bach;
Ich bebt' empor und schaute
Dem edeln Mädchen nach.
Verzeuch, verzeuch, du Holde!
Dein Blick ist lieb und gut.
Auch ich bin deutsch und edel,
Ein Jüngling fromm und gut.

Sie wandte sich, sie säumte,
Sie winkte freundlich mir;
Froh ihres Blicks und Winkes,
Flog ich entzückt zu ihr.
Erhaben stand und heilig
Vor mir das hohe Weib.
Ich aber schlang vertraulich
Den Arm um ihren Leib.

Ich hab' das edle Mädchen
An meiner Hand geführt;
Ich bin mit ihr am Staden
Des Bachs hinab spaziert.
Ich hab' sie liebgewonnen.
Ich weiß, sie ist mir gut.
Drum sey mein Lied ihr eigen,
Ihr eigen Gut und Blut.

Erstdruck

Ich hab' ein Mädchen funden
Sanft, edel, deutsch und gut.
Ihr Blick ist mild und glänzend,
Wie Abendsonnengluth,
Ihr Haar wie Sommerweben,
Ihr Auge Veilchen blau.
Dem Rosenkelch der Lippen
Entquillt Gesang wie Thau.

Ihr Bau ist hoch und herrlich.
Ihr Wuchs wie tief im Hain
Der Birke schlanke Schönheit,
Ihr Busen schwanenrein.
Im hohen Schwanenbusen
Klopft ihr ein edel Herz,
Das kennt nicht Zwang noch Launen,
Nicht freche Lust noch Schmerz.

In Dustra's grüner Wildniss,
Am klaren Rinval-Fluß
Wallt einsam und verloren
Des holden Mädchens Fuss.
Sie schwebt dahin. Ein Kränzchen
Schmückt ihr das Haar. Es schmückt
Ein Strauss den hohen Busen,
Den sie im Thau gepflückt.

Das Mädchen hab' ich funden.
Im keuschen Frühgewand
Ging sie im Duft der Frühe
An Rinvals Blumenrand.
Ein leises Lüftchen ringelt'
Ihr wellenströmend Haar,
Und durch die Erlen hallte
Ihr Liedchen süss und klar.

Ich lag in Kleegedüften
Am blaubeblümten Bach;
Ich bebt' empor, und schaute
Dem edlen Mädchen nach.
Verzeuch, verzeuch, du Holde!
Dein Blick ist lieb und gut.
Auch ich bin deutsch und edel,
Ein Jüngling fromm und gut.

Sie wandte sich, sie säumte,
Sie winkte freundlich mir;
Froh ihres Blicks und Winkes,
Flog ich entzückt zu ihr.
Erhaben stand und heilig
Vor mir das hohe Weib.
Ich aber schlang vertraulich
Den Arm um ihren Leib.

Ich hab' das edle Mädchen
An meiner Hand geführt;
Ich bin mit ihr am Staden
Des Bachs hinab spaziert.
Ich hab' sie liebgewonnen.
Ich weiss, sie ist mir gut.
Drum sei mein Lied ihr eigen,
Ihr eigen Gut und Blut.

1. Strophe Autograph

2.ff. Erstdruck

Zum Text

Der Pfarrer Ludwig Gotthard Kosegarten veröffentlichte 1777 verfasstes Gedicht Hulda 1778 in Thränen und Wonnen. Von dem Verfasser der Melancholien. Ein Digitalisat dieses Gedichtbandes kann bei Google online recherchiert werden. S. 55ff.

"Zu Wotenik bei Demmin, im Rosenmond 1777"

1803 erschien es leicht verändert unter dem Titel Das Finden in der Neuesten Auflage seiner Poesieen Band 2, Berlin. Ein Digitalisat dieses Gedichtbandes kann ebenfalls bei Google online recherchiert werden. S. 52ff.

Mit Dustras grüner Wildnis und Rinval-Fluss sind Rügen und ein von Kosegarten sogenannter Fluss gemeint. 2.1

Staden ist ein altes Wort für Ufer, welches heute hauptsächlich in Süddeutschland verwendet wird.

Textbild
Deckblatt der Poesieen Kosegartens

Zur Musik

komponiert: 25. Juni 1815

Veröffentlichung (angezeigt): 1848

Originaltonart: B-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Morten Solvik beschreibt in den Jahren 1997 und 1999 in einem online erschienenen Artikel die Möglichkeit, dass Schubert mit den 20 Liedern, die 1815 auf Gedichte von Kosegarten entstanden, einen ersten Liederzyklus schreiben wollte. Ähnlich wie acht Jahre später Die schöne Müllerin3.1

Zu diesem Zyklus gehören laut Morten Solvik die folgenden Lieder:

Huldigung D 240
Alles um Liebe D 241
Von Ida D 228
Die Erscheinung D 229 
Das Finden D 219 
Idens Nachtgesang D 227 
Die Sterne D 313 
Nachtgesang D 314 
Die Täuschung D 230 
10 Das Sehnen D 231 
11 Die Mondnacht D 238 
12 Abends unter der Linde D 237 
13 Das Abendrot D 236
14 Geist der Liebe D 233 
15 Der Abend D 221 
16 Idens Schwanenlied D 317 
17 Schwangesang D 318 
18 Luisens Antwort D 319 
19 An Rosa I D 315 
20 An Rosa II D 316

Schubert vertonte insgesamt 22 Texte von Kosegarten. Zählt man alle Fassungen dazu, liegen uns heute 24 Vertonungen vor. 14 Lieder entstanden zwischen 25. Juni und 27. Juli 1815. 7 Lieder an nur einem Tag: den 19. Oktober 1815. Nur An die untergehende Sonne wurde erst 1817 geschrieben.

Im Erstdruck und in späteren Drucken (abgesehen von der alten Gesamtausgabe 1894) erscheinen vom Gedicht nur die erste und letzte Strophe unter den Noten. Wir haben uns daher ebenfalls entschlossen, nur diese beiden Strophen aufzunehmen.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Zwei Manuskripte des Liedes liegen in der Österreichischen Nationalbibliothek. Eines kann direkt, das andere auf schubert-online.at online recherchiert werden.

Die Erstveröffentlichung besorgte A. Diabelli & Co. als Nachlass-Lieferung 42 4.1

Fragment aus dem Gedichte: Die Götter Griechenlands D 677
Das Finden D 219
Cora an die Sonne D 263
Grablied D 218
Adelaide D 95
In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Piano von Franz Schubert

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 02, Nr. 85

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 08

Friedländer Bd. VI » 032

Bärenreiter Urtext VII » 76

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

2.1 Literatur, Grenzen, Erinnerungsräume: Erkundungen des deutsch-polnisch-baltischen Ostseeraumes als einer Literaturlandschaft, Herausgeber Bernd Neumann, Dietmar Albrecht, Andrzej Talarczyk, Verlag Königshausen & Neumann, 2004 S. 341

Schubert: Interpretationen, Herausgeber Ivana Rentsch, Klaus Pietschmann, Verlag Steiner, 2014, S. 12

3.1 Morten Solvik - Kosegarten-Zyklus

4.1 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen - Franz Schubert's Nachgelassene Musikalische Dichtungen Für Gesang Und Pianoforte. Nachlass No 42. No 8819. Eigenthum Der Verleger. Eingetragen I. D. Vereinsarchiv. (Gesang, Klavier.). Erstdruck. ed. Wien: A. Diabelli Et Comp., 1848. Signatur: SH.Schubert.578

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.144

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Das Finden.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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