Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Ernst Schulze (1789-1817)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Samstag, 25. August 2012 - Berlin

Liedtext

O Herz! sei endlich stille!
Was schlägst du so unruhvoll?
Es ist ja des Himmels Wille,
Daß ich sie lassen soll.

Und gab auch dein junges Leben
Dir nichts als Wahn und Pein:
Hat's ihr nur Freude gegeben,
So mag's verloren sein!

Und wenn sie auch nie dein Lieben
Und nie dein Leiden verstand,
So bist du doch treu geblieben,
Und Gott hat's droben erkannt.

Wir wollen es mutig ertragen,
So lang nur die Träne noch rinnt,
Und träumen von schöneren Tagen,
Die lange vorüber sind.

Und siehst du die Blüten erscheinen
Und singen die Vögel umher,
So magst du wohl heimlich weinen,
Doch klagen sollst du nicht mehr.

Geh'n doch die ewigen Sterne
Dort oben mit goldenes Licht
Und lächeln so freundlich von ferne
Und denken doch unser nicht.

 

O Herz, sey endlich stille!
Was schlägst du so unruhvoll?
Es ist ja des Himmels Wille,
Daß ich sie lassen soll!

Und gab auch dein junges Leben
Dir nichts als Wahn und Pein;
Hat's ihr nur Freude gegeben,
So mag's verloren seyn!

Und wenn sie auch nie dein Lieben
Und nie dein Leiden verstand,
So bist du doch treu geblieben,
Und Gott hat's droben erkannt.

Wir wollen es muthig ertragen,
So lang nur die Thräne noch rinnt,
Und träumen von schöneren Tagen,
Die lange vorüber sind.

Und siehst du die Blüthen erscheinen,
Und singen die Vögel umher,
So magst du wohl heimlich weinen,
Doch klagen sollst du nicht mehr.

Gehn doch die ewigen Sterne
Dort oben mit goldenem Licht
Und lächeln so freundlich von ferne,
Und denken doch unser nicht.

O Herz, sey endlich stille,
Was schlägst du so unruhvoll?
Es ist ja des Himmels Wille,
Dass ich sie lassen soll.

Und gab auch dein junges Leben
Dir nichts als Wahn und Pein;
Hat's ihr nur Freude gegeben,
So mag's verloren seyn!

Und wenn sie auch nie dein Lieben
Und nie dein' Leiden verstand,
So bist du doch treu geblieben,
Und Gott hat's droben erkannt.

Wir wollen es muthig ertragen,
So lang nur die Thräne noch rinnt,
Und träumen von schöneren Tagen,
Die lange vorüber sind.

Und siehst du die Blüthen erscheinen,
Und singen die Vögel umher,
So magst du wohl heimlich weinen,
Doch klagen sollst du nicht mehr.

Gehn doch die ewigen Sterne
Dort oben mit goldenem Licht
Und lächeln so freundlich von Ferne,
Und denken doch unser nicht.

Erstdruck Lied

Zum Text

Die von Schubert vertonten Gedichte stammen aus Schulzes Poetischem Tagebuch, das er vom 29. Juni 1813 bis zum 17. Februar 1817 führte.

Das vorliegende Gedicht wurde 1819 unter dem Titel Am 23sten Januar 1816 in Ernst Schulze's sämmtliche poetische Schriften Band 3 bei Brockhaus Leipzig veröffentlicht. S. 121f.

Digitalisat online

Die von Schubert verwendete Ausgabe dürfte die Neue Ausgabe dieser Bände Sämmtliche poetische Werke von Ernst Schulze aus dem Jahr 1822 sein. Dort findet sich das Gedicht auf S. 123f.

Digitalisat online

Schulze veröffentlichte 1818 sein Versepos Die bezauberte Rose, welches ihn schnell in den Kreisen der Romantiker bekannt machte. Auch Schubert und seine Freunde lasen es und Schubert, der mit dem Gedanken spielte, aus der bezauberten Rose eine Oper zu machen, bat Bauernfeld um ein Libretto.2.2
Franz von Schober ließ sich möglicherweise von der 41. Stanze dieses Werkes zu seinem Gedicht An die Musik inspirieren. Die Verse von Schulze lauten:

Du holde Kunst melodisch süßer Klagen,
Du tönend Lied aus sprachlos finsterm Leid,
Du spielend Kind, das oft aus schönern Tagen
In unsre Nacht so duft'ge Blumen streut,
Ach, ohne dich vermöcht' ich nie zu tragen,
Was feindlich längst mein böser Stern mir beut!
Wenn Wort und Sinn in Liebe freundlich klingen,
Dann flattert leicht der schwere Gram auf Schwingen.

Ein Manuskript des Textes liegt in der Wienbibliothek im Rathaus.

Textbild
Ernst Konrad Friedrich Schulze (1789-1817), Dichter zur Zeit der Romantik Kupferstich 1816

Zur Musik

komponiert: Dezember 1825

Veröffentlichung (angezeigt): 04. Januar 1832

Originaltonart: a-Moll

Liedform: durchkomponiert

Besonderheiten:

Schubert vertonte neun Gedichte von Ernst Schulze. Ein weiteres blieb lediglich Fragment.

Die Titel wählte Schubert selbst für seine Lieder.
(Die Originaltitel der Gedichte stehen in Klammern)

Der liebliche Stern D 861 (Am 28sten April 1814)
Im Walde D 834 (Im Walde hinter Falkenhagen. Den 22sten Julius 1814)
Auf der Bruck D 853 (Auf der Bruck. Den 25sten Julius 1814)
Um Mitternacht D 862 (Am 5ten März 1815, Nachts um 12 Uhr)
Im Frühling D 882 (Am 31sten März 1815)
Lebensmut D 883 (Am 1ten Aprill 1815)
An mein Herz D 860 (Am 23sten Januar 1816)
Über Wildemann D 884 (Ueber Wildemann, einem Bergstädtchen am Harz. Den 28sten April 1816)
Tiefes Leid, auch Im Januar 1817 D 876 (Am 17ten Januar 1817)

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Eine Abschrift befindet sich in der Universitätsbibliothek Lund in der Sammlung Otto Taussig.

Die Erstausgabe besorgte A. Diabelli & Co. als VN 4013 4.1

An mein Herz. D 860
Der liebliche Stern. D 861

Gedichte von Ernst Schulze. In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleit. des Piano-Forte von Franz Schubert.

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 4. Januar 1832: 4.2

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 08, Nr. 485

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 13

Friedländer Bd. V » 073

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Transposition für mittlere Stimme

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Quelle(n)

2.2 Karl Kobald: Schubert und Schwind - Ein Wiener Biedermeierbuch, S. 207

4.1 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Ant. Diabelli & Co., Wien, Erstdruck Nachlass 13, Sig. SH.Schubert.533

4.2 Österreichische Nationalbibliothek - ANNO, digitalisierte Zeitungen und Zeitschriften, Wiener Zeitung, Jhg 1832, Ausgabe vom 4. Januar, S.3

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.541

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: An mein Herz.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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