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Abendlied für die Entfernte

Composer: Franz Schubert (1797-1828)

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dot Artists: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
dot Recorded: Monday, 09 February 2009 - Erfurt

Lyrics

Boris-Cepeda-Peter-Schoene

Hinaus mein Blick! hinaus ins Tal!
Da wohnt noch Lebensfülle;
Da labe dich im Mondenstrahl
Und an der heil'gen Stille.
Da horch nun ungestört, mein Herz,
Da horch den leisen Klängen,
Die, wie von fern, zu Wonn' und Schmerz
Sich dir entgegen drängen.

Sie drängen sich so wunderbar,
Sie regen all mein Sehnen.
O sag mir Ahnung, bist du wahr?
Bist du ein eitles Wähnen?
Wird einst mein Aug' in heller Lust,
Wie jetzt in Tränen, lächeln?
Wird einst die oft empörte Brust
Mir sel'ge Ruh umfächeln?

Wenn Ahnung und Erinnerung
Vor unserm Blick sich gatten,
Dann mildert sich zur Dämmerung
Der Seele tiefster Schatten.
Ach, dürften wir mit Träumen nicht
Die Wirklichkeit verweben,
Wie arm an Farbe, Glanz und Licht
Wärst du, o Menschenleben!

So hoffet treulich und beharrt
Das Herz bis hin zum Grabe;
Mit Lieb' umfaßt's die Gegenwart,
Und dünkt sich reich an Habe,
Die Habe, die es selbst sich schafft,
Mag ihm kein Schicksal rauben;
Es lebt und webt in Wärm' und Kraft,
Durch Zuversicht und Glauben.

Und wär in Nacht und Nebeldampf
Auch Alles rings erstorben,
Dies Herz hat längst für jeden Kampf
Sich einen Schild erworben.
Mit hohem Trotz im Ungemach
Trägt es, was ihm beschieden.
So schlummr' ich ein, so werd' ich wach,
In Lust nicht, doch in Frieden.

dot Source & Alternative: www.recmusic.org

dot Author: August Wilhelm von Schlegel (1767-1845)

Creation

Boris-Cepeda-Peter-Schoene

dot Written: September 1825, Published: 1827

Aus der amtlichen "Wiener Zeitung" vom 12. Dezember 1827

Bei Thadd. Weigl,
Kunst- und Musikalienhändler, in Wien, am Graben Nr. 1144
(neben dem König von England), ist ganz neu erschienen:

Abendlied für die Entfernte.
Thekla
(eine Geisterstimme).
Um Mitternacht.
An die Musik.
Vier Gedichte,

in Musik gesetzt für eine Singstimme mit Pianoforte-Begleitung
von Franz Schubert.
88stes Werk. Preis 45 kr. Konv. Münze

Quelle: Deutsch, Otto Erich: Schubert - Die Dokumente seines Lebens, Breitkopf & Härtel, 1964, S.466 f.

Dieses im Original in F-Dur stehende Lied besteht aus fünf Strophen. Das originale Gedicht von August Wilhelm von Schlegel enthält noch eine weitere, die Schubert weggelassen hat. Es ist die vierte:

Und rief auch die Vernunft mir zu:
"Du mußt der Ahndung zürnen,
Es wohnt entzückte Seelenruh
Nur über den Gestirnen;"
Doch könnt' ich nicht die Schmeichlerin
Aus meinem Busen jagen:
Oft hat sie meinen irren Sinn
Gestärkt empor getragen."

Die melancholische Bewegung wird durch die durchgängige, an eine Litanei erinnernde Melodie im 6/8 Takt und den Wechsel von Dur und Moll in den Strophen hervorgerufen.

Die Melodie in der rechten Hand im Klavier am Anfang des Liedes findet sich ähnlich im zweiten Thema des 3. Satzes des Streichquartetts op. 51 Nr. 1 c-moll von Johannes Brahms.

Geschrieben von: Peter Schöne

Hinaus mein Blick! hinaus ins Tal!
Da wohnt noch Lebensfülle;
Da labe dich im Mondenstrahl
Und an der heil'gen Stille.
Da horch nun ungestört, mein Herz,
Da horch den leisen Klängen,
Die, wie von fern, zu Wonn' und Schmerz
Sich dir entgegen drängen.

Sie drängen sich so wunderbar,
Sie regen all mein Sehnen.
O sag mir Ahnung, bist du wahr?
Bist du ein eitles Wähnen?
Wird einst mein Aug' in heller Lust,
Wie jetzt in Tränen, lächeln?
Wird einst die oft empörte Brust
Mir sel'ge Ruh umfächeln?

Wenn Ahnung und Erinnerung
Vor unserm Blick sich gatten,
Dann mildert sich zur Dämmerung
Der Seele tiefster Schatten.
Ach, dürften wir mit Träumen nicht
Die Wirklichkeit verweben,
Wie arm an Farbe, Glanz und Licht
Wärst du, o Menschenleben!

So hoffet treulich und beharrt
Das Herz bis hin zum Grabe;
Mit Lieb' umfaßt's die Gegenwart,
Und dünkt sich reich an Habe,
Die Habe, die es selbst sich schafft,
Mag ihm kein Schicksal rauben;
Es lebt und webt in Wärm' und Kraft,
Durch Zuversicht und Glauben.

Und wär in Nacht und Nebeldampf
Auch Alles rings erstorben,
Dies Herz hat längst für jeden Kampf
Sich einen Schild erworben.
Mit hohem Trotz im Ungemach
Trägt es, was ihm beschieden.
So schlummr' ich ein, so werd' ich wach,
In Lust nicht, doch in Frieden.

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