Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Abraham Cowley (1618-1667); deutsch von Joseph Franz Ratschky (1757-1810)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 07. August 2013 - Berlin



Liedtext

Noch fand von Evens Töchterscharen
Ich keine, die mir nicht gefiel;
Von fünfzehn bis zu fünfzig Jahren
Ist jede meiner Wünsche Ziel.

Durch Farb' und Form, durch Witz und Güte,
Durch alles fühl' ich mich entzückt;
Ein Ebenbild der Aphrodite
Ist Jede, die mein Aug' erblickt.

Selbst die vermag mein Herz zu angeln,
Bei der man jeden Reiz vermißt;
Mag immerhin ihr alles mangeln,
Wenn's nur ein weiblich Wesen ist!

Quelle & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: 1815

veröffentlicht: 1895

Das Lied Der Weiberfreund, welches Sie vielleicht gerade anhören, fand Schubert vermutlich in Wilhelm Gottlieb Beckers Taschenbuch zum geselligen Vergnügen. Und so muss man es sich vorstellen:
Schubert bekam durch Freunde oder durch eigene Initiative Bücher mit Gedichten in die Hand, las darin und in seinem Kopf entstand Musik, wenn das Gedicht den richtigen Nerv bei ihm traf (was eingedenk der über 600 Lieder ziemlich oft der Fall gewesen sein muss). Der Text stammt eigentlich aus dem 17. Jhd. und wurde im 18. von Joseph Franz Ratschky, der mit Mozart bekannt war, ins Deutsche übertragen. Die Komposition von Schubert entstand schon wenig später und für Alle, die den Komponisten nur aufgrund seiner tiefempfundenen und melancholischen Winterreise kennen, sei dies Lied ein Zeichen für den Humor, den der Tonsetzer besaß.

Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Quelle imslp.org o.a.: Der Weiberfreund.pdf