Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: August Wilhelm von Schlegel (1767-1845)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

download

Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Dienstag, 15. Juli 2008 - Berlin



Liedtext

Laue Lüfte,
Blumendüfte,
Alle Lenz- und Jugendlust,
Frischer Lippen
Küsse nippen,
Sanft gewiegt an zarter Brust;
Dann der Trauben
Nektar rauben,
Reihentanz und Spiel und Scherz:
Was die Sinnen
Nur gewinnen:
Ach, erfüllt es je das Herz?

Wenn die feuchten
Augen leuchten
Von der Wehmut lindem Tau,
Dann entsiegelt,
Drin gespiegelt,
Sich dem Blick die Himmels-Au.
Wie erquicklich
Augenblicklich
Löscht es jede wilde Glut;
Wie vom Regen
Blumen pflegen,
Hebet sich der matte Mut.

Nicht mit süßen
Wasserflüßen
Zwang Prometheus unsern Leim.
Nein, mit Tränen;
Drum im Sehnen
Und im Schmerz sind wir daheim.
Bitter schwellen
Diese Quellen
Für den erdumfangnen Sinn,
Doch sie drängen
Aus den Engen
In das Meer der Liebe hin.

Ew'ges Sehnen
Floß in Tränen,
Und umgab die starre Welt,
Die in Armen
Sein Erbarmen
Immerdar umflutend hält.
Soll dein Wesen
Denn genesen,
Von dem Erdenstaube los,
Mußt im Weinen
Dich vereinen
Jener Wasser heil'gem Schooß.

Quelle & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: April 1817

veröffentlicht: 13. Dezember 1822

Originaltonart: D-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Eine Reinschrift des Manuskripts der ersten Fassung ist in der Wiener Stadtbibliothek vorhanden und online verfügbar.
Auf diesem Manuskript befindet sich die Eintragung: "Spaun! Vergesse nicht auf Gahy und Rondeau".

DeutschVerzeichnis

Deutsch-Verzeichnis

Die zweite Fassung gilt laut thematischem Katalog von Otto Erich Deutsch als verschollen. Es sind offenbar mehrere Abschriften vorhanden.
Die Erstveröffentlichung der zweiten Fassung besorgte Cappi und Diabelli als op. 13 Nr. 2 gemeinsam mit Der Schäfer und der Reiter D.517 und Der Alpenjäger D.524.
Dieser Erstdruck ist auf der Seite imslp.org online verfügbar.
Schubert widmete dieses Opus seinem Freund Joseph Edlen von Spaun k.k. Bankal Assessor.
Die erste Fassung wurde erst 1979 in der Neuen Gesamtausgabe veröffentlicht.
Otto Erich Deutsch vermutet, dass die vorliegende zweite Fassung des Liedes erst 1821 entstanden ist. Grund dafür sei eine Datierung in der Sammlung Witteczek-Spaun. Auch im Buch Franz Schubert von Heinrich Kreissle von Hellborn wird 1821 als Entstehungsjahr aufgeführt.


Quelle(n):
Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.418

Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Das Manuskript zu diesem Lied online studieren
www.schubert-online.at
schubertmanu

Originalversion des Liedes

Quelle imslp.org o.a.: Lob der Tränen.pdf