Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Samstag, 25. Juni 2011 - Berlin



Liedtext

Der Abend rötet nun das Tal,
Mild schimmert Hesperus.
Die Buchen stehen still zumal,
Und leiser rauscht der Fluß.

Die Wolken segeln goldbesäumt
Am klaren Firmament;
Das Herz, es schwelgt, das Herz, es träumt,
Von Erdenqual getrennt.

Am grünem Hügel hingestreckt,
Schlaft wohl der Jäger ein -
Doch plötzlich ihn der Donner weckt,
Und Blitze zischen drein.

Wo bist du, heilig Abendrot,
Wo, sanfter Hesperus?
So wandelt denn in Schmerz und Not
Sich jeglicher Genuß.

 

Quelle & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: November 1816

veröffentlicht: 1868

Es handelt sich um ein dreiteiliges Lied in A-B-A'-Form. Der erste Teil und die Reprise stehen im 6/8-Takt, dem Schäfer- oder besser in diesem Lied, in dem ja der Jäger entschläft, also im sanft schwingenden Jäger-Rhythmus.
Der im ersten und letzten Teil besungene Hesperus steht als Synonym für den Abendstern. Hesperos, der ja selbst der Legende nach von einen mitgerissen wurde, als er die Sterne beobachten wollte, war vielleicht Auslöser für den stürmischen Mittelteil in diesem Lied. Und ähnlich, wie Hesperos uns heute als Abendstern entschwunden erscheint, endet auch dieser Mittelteil abrupt und es bleibt nur die Erinnerung, musikalisch ausgedrückt durch die Reprise.

Das Lied befindet sich in der Sammlung Witteczek-Spaun. Es wurde 1868 in Berlin von Wilhelm Müller veröffentlicht.

Schubert schrieb in diesem Jahr unter anderem die verschollene Prometheus-Kantate, die beiden Sinfonien Nr. 4 c-Moll (die Tragische) und Nr. 5 B-Dur sowie die Messe Nr. 4 C-Dur.

Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Originalversion des Liedes

Quelle imslp.org o.a.: Abendlied der Fürstin.pdf