Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Georg Philipp Schmidt von Lübeck

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

download

Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 16. Juli 2008 - Berlin



Liedtext

Ich komme vom Gebirge her,
Es dampft das Tal, es braust das Meer,
Ich wandle still, bin wenig froh,
Und immer fragt der Seufzer, wo?

Die Sonne dünkt mich hier so kalt,
Die Blüte welk, das Leben alt,
Und was sie reden, leerer Schall,
Ich bin ein Fremdling überall.

Wo bist du, mein geliebtes Land,
Gesucht, geahnt, und nie gekannt?
Das Land, das Land so hoffnungsgrün,
Das Land, wo meine Rosen blühn;

Wo meine Freunde wandelnd [gehen]1,
Wo meine Toten [auferstehen]2,
Das Land, das meine Sprache spricht,
[Das teure Land -- hier ist es nicht. --]3

Ich wandle still, bin wenig froh,
Und immer fragt der Seufzer, wo?
Im Geisterhauch tönt's mir zurück,
"Dort, wo du nicht bist, [ist]4 das Glück."

1 Schubert: "gehn"
2 Schubert: "auferstehn"
3 Schubert: "O Land, wo bist du? . . ."
4 Schubert: "dort ist"

 

Quelle & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: Oktober 1816

veröffentlicht: 29. Mai 1821

Originaltonart: cis-moll

Liedform: durchkomponiert

Georg Philipp Schmidt veröffentlichte sein mit dem Titel Des Fremdlings Abendlied versehenes Gedicht 1821 im Rahmen eines Gedichtbandes herausgegeben durch Heinrich Christian Schumacher. Die letzte Verszeile dieses Gedichts macht es unabhängig von der Vertonung Schuberts (die es bis heute unsterblich macht) zu einer Art Hymnus der Romantik und der gesamten romantischen Bewegung. 'Da, wo du nicht bist, ist das Glück!'

DVWomöglich hatte der Dichter eine leicht geänderte Version seines Gedichtes schon einmal zur Veröffentlichung vorgesehen. Denn Franz Schubert entnahm offenbar seine Textvorlage einem 1815 in Wien und Triest durch Johann Ludwig Ferdinand Deinhardstein herausgegebenen Buch mit dem Titel Dichtungen für Kunstredner. Dort steht es unter dem Titel Der Unglückliche. Es gibt aber auch Ausgaben, wo es den Titel Der Fremdling trägt. So verwundert es auch nicht, dass Schubert selbst über die Reinschrift der zweiten Fassung schrieb: Der Wanderer oder: Der Fremdling oder: Der Unglückliche.
Das Lied liegt uns laut thematischem Katalog von Otto Erich Deutsch in drei Fassungen vor. Die Autographe der ersten beiden Fassungen liegen in Wien und Berlin, das Autograph der dritten Fassung gilt als verschollen.
In der Alten Gesamtausgabe (1895) wurde die erste Fassung, in der Neuen Gesamtausgabe (1970) die zweite Fassung veröffentlicht.
Die Veröffentlichung der hier eingespielten dritten Fassung besorgte Cappi und Diabelli als Op. 4 Nr. 1 gemeinsam mit
Morgenlied D.685 und
Wandrers Nachtlied D.224
Schubert widmete dieses Werk dem hochgebohrnen und hochwürdigsten Herrn Johann Ladislav Pyrker von Felsö-Eör in tiefer Erfurcht.
Diese Veröffentlichung kann auf imslp.org online studiert werden.

Quelle: Wikipedia, Thematischer Katalog von Otto Erich Deutsch

Geschrieben von Peter Schöne

Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Originalversion des Liedes