Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Gaudenz von Salis-Seewis (1762-1834)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Ralph Neubert - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 10. Juni 2009 - Erfurt



Liedtext

 

Noch einmal tön', o Harfe,
Die nur Gefühle tönt!
Verhalle zart und leise
Noch jene Schwanenweise,
Die auf der Flut des Lebens
Uns mit der Not versöhnt.

Im Morgenschein des Lebens
Erklangst du rein und hell!
Wer kann den Klang verwahren?
Durch Forschen und Erfahren
Verhallet und versieget
Des Liedes reiner Quell.

In spätern Jugendjahren
Hallt es schon zart und bang,
Wie Finkenschlag im Märze;
Mit des Entknospens Schmerze
Erbeben Herz und Saiten
Voll Liebe und Gesang!

Am Sommertag des Lebens
Verstummt das Saitenspiel!
Aus sehnsuchtsvoller Seele
Lockt's noch, wie Philomele,
Schon selt'ner, aber rührend
Nur Schwermut und Gefühl.

O schlag' im dunklen Busen
Der ernsten Abendzeit!
Will um das öde Leben
Des Schicksals Nacht sich weben,
Dann schlag' und wecke Sehnsucht
Nach der Unsterblichkeit!

Quelle & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: März 1816

veröffentlicht: 1887

Strophenlied - fünf Strophen, in denen der Weg des Lebens mit der Allegorie einer "Lebensharfe" beschrieben wird. Die drei Akkorde am Anfang erklingen wie tönende Harfenakkorde, genau wie die Begleitung der Strophen mit den gebrochenen Sechzehnteldreiklängen in der rechten Hand, sowie den Vorschlägen im Baß der linken Hand.

Für alle, die wissen wollen, wer "Philomele" in der vierten Strophe ist, sei ein Blick in den betreffenden Artikel bei Wikipedia empfohlen. In diesem Lied ist sicher die zu einer Schwalbe verwandelte Philomele gemeint, die mit ihrem Singen lockt.

Das Lied befindet sich unter anderem in der Sammlung Witteczek-Spaun, ein Entwurf vom März 1816 befindet sich in der Bibliothek des Curtis Institute of Music in Philadelphia.

Schubert schrieb in diesem Jahr unter anderem die verschollene Prometheus-Kantate, die beiden Sinfonien Nr. 4 c-Moll (die Tragische) und Nr. 5 B-Dur sowie die Messe Nr. 4 C-Dur.

Geschrieben von: Peter Schöne

Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Das Manuskript zu diesem Lied online studieren
www.schubert-online.at
schubertmanu

Quelle imslp.org o.a.: Abschied von der Harfe.pdf