Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Mayrhofer (1787-1836)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 19. August 2009 - Erfurt



Liedtext

Es mahnt der Wald, es ruft der Strom:
"Du liebes Bübchen, zu uns komm!"
Der Knabe kommt, und staunt, und weilt,
Und ist von jedem Schmerz geheilt.

Aus Büschen flötet Wachtelschlag,
Mit irren Farben spielt der Tag;
Auf Blümchen rot, auf Blümchen blau
Erglänzt des Himmels feuchter Tau.

Ins frische Gras legt er sich hin,
Läßt über sich die Wolken ziehn,
An seine Mutter angeschmiegt,
Hat ihn der Traumgott eingewiegt.

Quelle & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: Januar 1817

veröffentlicht: 27. Oktober 1823

Aus der amtlichen "Wiener Zeitung" vom 27. Oktober 1823

Bei Sauer und Leidesdorf
k. k. privil. Kunst-, Alabaster- und Musikalienhändlern in Wien,
Kärntnerstraße Nr. 941, ist soeben neu erschienen:

Gruppe aus dem Tartarus von Fr. Schiller.
Schlummerlied von Mayrhofer.
Zwei Gedichte,

in Musik gesetzt für eine Singstimme mit Pianoforte-Begleitung
von
Franz Schubert.

24tes Werk. Preis 1 fl. 30 kr. W.W.

Unter der Presse ist und erscheint nächste Woche:
Franz Schubert, erste große Sonate für das Pianoforte zu 4 Händen. Op. 30

In der Leipziger "Allgemeinen musikalischen Zeitung" vom 24. Juni 1824 erscheint eine Rezension der Lieder op. 21 - op. 24.
Der Rezensent G. W. Fink bemerkt, daß Schubert keine Lieder schreibt und auch keine schreiben will, sondern freie Gesänge, manche so frei, daß man sie allenfalls Kapricen oder Phantasien nennen kann. Er bemängelt bei Schubert die "ungebührlich heftige Neigung, nur immer fort und fort, ruh- und rastlos zu modulieren und wieder zu modulieren, die eine wahre Krankheit der Zeit und bald zur Modulationsmanie geworden ist."
Er führt dies an einigen Beispielen in op. 21, 22 und 23 aus, spart dabei auch nicht mit Verbesserungsvorschlägen und meint dann zum hier behandelten Op. 24 Nr. 2:
"Das einfache Schlaflied muß der Konsequenz halber nach der Mitte usw. einige desperate Modulationen erdulden."

Quelle: Deutsch, Otto Erich: Schubert - Die Dokumente seines Lebens, Breitkopf & Härtel, 1964, S.202 f. und 243 f.

Geschrieben von: Peter Schöne

Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Quelle imslp.org o.a.: Schlaflied/Schlummerlied.pdf