Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Friedrich Rochlitz

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Dienstag, 03. Februar 2009 - Erfurt



Liedtext

Die Sonne sinkt ins tiefe Meer,
Da wollte sie kommen.
Geruhig trabt der Schnitter einher,
Mir ist's beklommen.

"Hast, Schnitter, mein Liebchen nicht gesehn?
Alinde, Alinde!"
"Zu Weib und Kindern muß ich gehn,
Kann nicht nach andern Dirnen sehn;
Sie warten mein unter der Linde."

Der Mond betritt die Himmelsbahn
Noch will sie nicht kommen.
Dort legt ein Fischer das Fahrzeug an,
Mir ist's beklommen.

"Hast, Fischer, mein Liebchen nicht gesehn?
Alinde, Alinde!"
"Muß suchen, wie mir die Reusen stehn,
Hab nimmer Zeit nach Jungfern zu gehn.
Schau, welch einen Fang ich finde."

Die lichten Sterne ziehn herauf,
Noch will sie nicht kommen.
Dort eilt der Jäger in rüstigem Lauf.
Mir ist's beklommen.

"Hast, Jäger, mein Liebchen nicht gesehn?
Alinde, Alinde!"
"Muß nach dem braunlichen Rehbock gehn.
Hab nimmer Lust nach Mädeln zu sehn;
Dort schleicht er im Abendwinde."

In schwarzer Nacht steht hier der Hain,
Noch will sie nicht kommen.
Von allen Lebend'gen irr ich allein,
Bang und beklommen.

"Dir, Echo, darf ich mein Leid gestehn:
Alinde, Alinde!"
"Alinde" ließ Echo leise herüberwehn.
Da sah ich sie mir zur Seite stehn:
"Du suchtest so treu, nun finde!"

Quelle & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: Januar 1827

veröffentlicht: 1827

In der "Berliner allgemeinen musikalischen Zeitung" steht am 14. Mai 1828: "Von Herrn Schubert ist man schon richtige Auffassung der Gedichte und meist originelle Behandlung derselben gewohnt; auch in diesen Liedern bewährt er sich als vorzüglichen Liederkomponisten. Das Lied: "Alinde" ist hinsichtlich des musikalischen Theiles sehr gut empfunden und dem Gedicht durchaus angemessen; die Steigerung bei dem oft wiederkehrenden Ausruf "Alinde! Alinde!" beurkundet allein schon den kunstgeübten Meister."

Die drei Lieder aus op. 81 sind allesamt Abend- bzw. Nachtlieder. Alinde eröffnet dieses Opus. Es folgt An die Laute und Zur guten Nacht, einem Lied für Bariton und Männerchor.
Die Texte stammen für alle drei Lieder von Rochlitz und uns ist bekannt, dass Rochlitz die Lieder durch den Verleger derselben Tobias Haslinger kennenlernte, der op. 81 auch Rochlitz widmete. Rochlitz hatte als Dank einen längeren Brief an Schubert geschrieben und sich für die Vertonungen seiner Texte bedankt. Ebenso empfahl er ihm ein längeres Gedicht von sich zur Vertonung und machte auch gleich ein paar Vorschläge, wie die Vertonung am Besten wäre. Schubert hatte nur eine zurückhaltende Antwort zurück geschrieben.

Geschrieben von: Peter Schöne

Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Quelle imslp.org o.a.: Alinde.pdf