Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Dienstag, 13. Januar 2009 - Berlin



Liedtext

Den Tag hindurch nur einmal mag ich sprechen,
Gewohnt zu schweigen immer und zu trauern:
Wenn durch die nachtgebor'nen Nebelmauern
Aurorens Purpurstrahlen liebend brechen.

Für Menschenohren sind es Harmonien.
Weil ich die Klage selbst melodisch künde
Und durch der Dichtung Glut das Rauhe ründe,
Vermuten sie in mir ein selig Blühen.

In mir, nach dem des Todes Arme langen,
In dessen tiefstem Herzen Schlangen wühlen;
Genährt von meinen schmerzlichen Gefühlen
Fast wütend durch ein ungestillt Verlangen:

Mit dir, des Morgens Göttin, mich zu einen,
Und weit von diesem nichtigen Getriebe,
Aus Sphären edler Freiheit, aus Sphären reiner Liebe,
Ein stiller, bleicher Stern herab zu scheinen.

Quelle & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: März 1817

veröffentlicht: 23. August 1821

Originaltonart: Des-Dur

Liedform: durchkomponiert

Das Lied erschien im Jahr 1821 gemeinsam mit folgenden Liedern:

Aus der amtlichen "Wiener Zeitung" vom 23. August 1821:

Bei Cappi und Diabelli,
Kunst- und Musikalienhändler, am Graben Nr. 1133,
ist neu erschienen und zu haben:
Memnon, Antigone und Oedip
von J. Mayrhofer;
und:
Am Grabe Anselmos,
von Claudius.
Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte, in Musik
gesetzt, und dem wohlgeborenen
Herrn Michael Vogl,
Mitglied und Regisseur des k.k. Hofoperntheaters, hochachtungsvoll
gewidmet von Franz Schubert
6tes Werk. Preis: 1 fl. 30 kr W.W.

Dieses Heft reiht sich würdig an die vorhergehenden an. Es durfte dem geschätzten Regisseur und Sänger des k.k. Hofoperntheaters, Hrn. Mich. Vogl gewidmet werden, dessen Lieblingsgesänge hier zusammengestellt sind. Dieser Umstand verbürgt die Trefflichkeit derselben.

Eine spätere Auflage (die vierte Ausgabe) dieses Heftes ist mit einer gestochenen Vignette nach Leopold Kupelwiesers Tuschzeichnung zum Liede "Am Grabe Anselmos" geschmückt. (Franz Schubert. Sein Leben in Bildern, S. 294.)

Quelle: Deutsch, Otto Erich: Schubert - Die Dokumente seines Lebens, Breitkopf & Härtel, 1964, S.131 f.

Geschrieben von: Peter Schöne

Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Originalversion des Liedes

Quelle imslp.org o.a.: Memnon.pdf